SCAD-ALIGN untersucht optimale Plättchenhemmung bei spontaner Koronararteriendissektion

von | Mai 12, 2026 | Forschung, Gesundheit

Ein internationales Konsortium aus zehn akademischen Organisationen des Global Cardiovascular Research Funders Forum (GCRFF) startet die SCAD-ALIGN-Studie. Erstmals wird darin die optimale Plättchenhemmung bei der spontanen Koronararteriendissektion (SCAD) systematisch untersucht – einer besonderen Form des Herzinfarkts, die vor allem Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren betrifft.

SCAD ist eine seltene Ursache des akuten Koronarsyndroms, bei der es zu einer Einblutung in die Wand einer Herzkranzarterie kommt. Im Gegensatz zum klassischen Herzinfarkt liegt meist keine Arterienverkalkung vor. Die Erkrankung wird zunehmend häufiger diagnostiziert, eine evidenzbasierte Therapieempfehlung fehlt jedoch bislang.

Die vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) geleitete und vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) koordinierte Studie vergleicht zwei Behandlungsstrategien: eine moderate Plättchenhemmung mit einem einzelnen Medikament über drei Monate sowie eine intensivere duale Therapie über drei Monate, gefolgt von einer neunmonatigen Monotherapie. Der primäre Endpunkt umfasst erneute Ischämie, wiederkehrende SCAD, Herzinfarkt, Revaskularisation und Tod.

V.l.n.r.: Prof. Stefan Blankenberg (wissenschaftlicher Leiter und Initiator der Studie), Prof. Christina Magnussen (nationale Co-Studienleitung für Deutschland), Prof. Peter Clemmensen (nationaler Studienleiter für Deutschland). | Copyright: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
V.l.n.r.: Prof. Stefan Blankenberg (wissenschaftlicher Leiter und Initiator der Studie), Prof. Christina Magnussen (nationale Co-Studienleitung für Deutschland), Prof. Peter Clemmensen (nationaler Studienleiter für Deutschland). | Copyright: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) 

Prof. Peter Clemmensen, nationaler Studienleiter für Deutschland, erklärte, dass SCAD-Patientinnen bisher nach Standards behandelt würden, die für andere Krankheitsbilder entwickelt wurden. Die Studie soll klären, welche Form der Plättchenhemmung tatsächlich nutzt und welche eher schadet.

Prof. Christina Magnussen, nationale Co-Studienleiterin, betonte, dass die Studie eine Fragestellung adressiere, die überwiegend Frauen betreffe und für die es bislang kaum belastbare Evidenz gebe. Die SCAD-ALIGN-Studie ist Teil der Multinational Clinical Trials Initiative des GCRFF und wird von mehreren internationalen Förderorganisationen unterstützt, darunter die British Heart Foundation, das DZHK und weitere nationale Herzstiftungen.

Die Studie soll evidenzbasierte Therapieempfehlungen für SCAD schaffen und die Versorgung sowie Lebensqualität betroffener Patientinnen weltweit verbessern.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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