Deutscher Ärztetag fordert Verbot medizinischer Diagnostikangebote in Drogeriemärkten

von | Mai 12, 2026 | Forschung, Gesundheit

Der 130. Deutsche Ärztetag 2026 fordert den Gesetzgeber auf, medizinische Diagnostikangebote in Drogeriemärkten und anderen Gewerbebetrieben zu unterbinden. Ziel sei es, die Gesundheit und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu schützen.

Der Vorstand der Bundesärztekammer begründete den Beschlussantrag damit, dass solche Angebote lediglich isolierte Momentaufnahmen ohne medizinischen Kontext lieferten. Dies könne Menschen unnötig verunsichern oder in falscher Sicherheit wiegen und dadurch notwendige Behandlungen gefährlich verzögern oder zu unnötigen zusätzlichen Arztterminen führen.

Eine ärztliche Behandlung gehe weit über das Ablesen einzelner Messwerte hinaus. Zu einer verantwortungsvollen Diagnostik gehörten Anamnese, körperliche Untersuchung, differenzialdiagnostische Überlegungen sowie gegebenenfalls die gemeinsame Entscheidung über therapeutische Maßnahmen. Dies alles könnten medizinische Diagnostikangebote in Gewerbebetrieben nicht leisten. Es bestehe die Gefahr einer Kommerzialisierung medizinischer Diagnostik ohne hinreichende Indikationsstellung.

Symbolbild. Credits: LabNews Media LLC
Symbolbild. Credits: LabNews Media LLC

Der Ärztetag wies zudem darauf hin, dass diese neuen Gesundheitsdienstleistungsmodelle weder personell noch räumlich auf medizinische Notfälle wie Kreislaufkollapse oder akute Komplikationen vorbereitet seien. Arztpraxen böten dagegen ein sicheres Umfeld für kompetente, vertrauliche und einfühlsame Beratung und Behandlung, das auch durch berufsrechtliche Vorgaben gesichert sei.

Der Beschluss unterstreicht die Position der ärztlichen Selbstverwaltung, dass Diagnostik kein Selbstzweck und keine konsumierbare Dienstleistung ohne fachärztliche Einbettung sein dürfe, sondern immer Bestandteil eines gesamten Behandlungsprozesses sein müsse.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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