Neuer Therapieansatz gegen myelodysplastische Neoplasien (MDS)
Forschende der Hochschulmedizin Dresden haben einen vielversprechenden neuen Ansatz zur Behandlung von myelodysplastischen Neoplasien (MDS) gefunden. Der entzündungshemmende Wirkstoff Tasquinimod (TASQ) verbessert in präklinischen Modellen sowohl die gestörte Blutbildung als auch die Knochengesundheit – zwei zentrale Probleme bei dieser Form der Blutkrebserkrankung.
Das Team um Prof. Manja Wobus und Dr. Katja Sockel vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden konnte zeigen, dass Tasquinimod den Entzündungsfaktor S100A9 hemmt. Dadurch wird die Aktivierung entzündlicher Signalwege in den mesenchymalen Stromazellen des Knochenmarks unterdrückt. In der Folge verbesserte sich die Unterstützung der Blutbildung, es entstanden mehr gesunde Blutzellen, und gleichzeitig nahm der Knochenverlust ab.

MDS gilt als Vorstufe der Leukämie und führt häufig zu schwerer Anämie sowie einem erhöhten Osteoporose-Risiko. Die Studie, die in der Fachzeitschrift HemaSphere erschienen ist, liefert einen Proof-of-Concept, dass eine gezielte Hemmung entzündlicher Prozesse beide Krankheitsaspekte gleichzeitig positiv beeinflussen kann.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung translationaler Forschung am Standort Dresden. Die Wissenschaftlerinnen planen nun die weitere klinische Entwicklung des Wirkstoffs.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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