Facts for Warken: FeNO-Messung kann bis zu 300 Millionen Euro jährlich einsparen
Die Messung von Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft (FeNO) könnte die Versorgung von rund fünf Millionen Asthmapatientinnen und -patienten in Deutschland deutlich verbessern und gleichzeitig erhebliche Kosten einsparen. Zu diesem Ergebnis kommen die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der Bundesverband der Pneumologie (BdP), die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) sowie der Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) in einem gemeinsamen Positionspapier.
Die Fachgesellschaften haben gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) einen Antrag auf ein Methodenbewertungsverfahren beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gestellt. Ziel ist die Aufnahme der FeNO-Messung in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung.

FeNO dient als Biomarker zur Diagnose und Steuerung der Asthmatherapie. Die Untersuchung ermöglicht eine präzisere Einschätzung der Atemwegsentzündung und eine bedarfsgerechte Anpassung der Medikation. Laut dem Positionspapier senkt ein FeNO-gesteuertes Management die Rate an akuten Krankheitsschüben um bis zu 40 Prozent. Internationale gesundheitsökonomische Analysen belegen zudem deutliche Einsparpotenziale durch weniger Krankenhausaufenthalte und eine Vermeidung von Übertherapie.
In Deutschland ist die FeNO-Messung bisher überwiegend eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die Patienten selbst zahlen müssen. Dies führt zu einer viel zu geringen Nutzung, obwohl nationale und internationale Leitlinien die Untersuchung empfehlen.
Die Fachgesellschaften fordern, dass eine leitliniengerechte Asthmaversorgung nicht vom Geldbeutel der Patienten abhängen darf. Bei einer Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen rechnen sie mit jährlichen Netto-Einsparungen von mindestens 300 Millionen Euro.
Das Positionspapier wurde in der Fachzeitschrift Pneumologie veröffentlicht. Der G-BA wird nun über den Antrag entscheiden.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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