Greifswalder Methode beschleunigt Medikamentenentwicklung

von | Apr. 30, 2026 | Forschung, Gesundheit

Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben eine innovative Methode entwickelt, die die Untersuchung von Nierenkörperchen (Glomeruli) deutlich schneller und präziser macht. Das Verfahren namens „Glomage“ kombiniert eine rasche Isolation der winzigen Strukturen mit 3D-Mikroskopie und KI-gestützter Bildanalyse.

Das Team um Prof. Nicole Endlich vom Institut für Anatomie und Zellbiologie konnte damit erstmals vollständige dreidimensionale Modelle der nur 30–40 Mikrometer großen Glomeruli erstellen. Die neue Technik erlaubt eine genaue Zählung der lebenswichtigen Podozyten (Füßchenzellen), die für die Blutfiltration verantwortlich sind. Ihr Verlust führt unweigerlich zu chronischen Nierenerkrankungen bis hin zum Nierenversagen.

Symbolbild. Credits: Pexels.com
Symbolbild. Credits: Pexels.com

Bisher waren solche Analysen entweder extrem zeitaufwendig (bis zu drei Wochen) oder nur ungenau möglich. Mit Glomage verkürzt sich der Prozess auf zwei bis drei Tage. Die Methode wurde zunächst an Zebrafischlarven entwickelt und erfolgreich auf Mäusenieren übertragen. In Kooperation mit der Universität Zürich konnte die Bildanalyse durch Künstliche Intelligenz weiter verfeinert werden.

Die Forschenden testeten mit der neuen Technik auch ein vielversprechendes Medikament, das den Verlust von Podozyten verhindern oder stoppen konnte. Zudem gelang es, hochreine RNA aus den isolierten Glomeruli zu gewinnen, um molekulare Vorgänge in den Zellen detailliert zu untersuchen.

Die Studie wurde im Fachmagazin Advanced Science veröffentlicht.

Original Paper:

Glomage: A Multimodal Platform for High‐Content Morphological and RNA Profiling of Glomeruli in Zebrafish and Mouse Models – Schindler – Advanced Science – Wiley Online Library


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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