Neue Immuntherapie zeigt vielversprechende Ergebnisse bei neu diagnostiziertem Multiplen Myelom
Eine multizentrische Studie der Universitätskliniken Heidelberg und Würzburg gibt Anlass zu Hoffnung auf eine wirksamere Erstbehandlung des Multiplen Myeloms. Die Kombination der Standardtherapie mit dem bispezifischen Antikörper Teclistamab führte bei allen untersuchten Patientinnen und Patienten zu einer tiefen Remission, bei der keine Tumorzellen mehr nachweisbar waren.
An der Phase-II-Studie nahmen 49 Patientinnen und Patienten teil, die für eine Stammzelltransplantation in Frage kamen. Sie erhielten Teclistamab in Kombination mit Daratumumab, Lenalidomid und teilweise Bortezomib. Teclistamab aktiviert T-Zellen des Immunsystems und lenkt sie gezielt gegen Myelomzellen. Bereits nach wenigen Monaten waren in sämtlichen untersuchten Knochenmarksproben keine Tumorzellen mehr nachweisbar. Die minimale Resterkrankung (MRD) fiel damit negativ aus – ein starker Prädiktor für längere krankheitsfreie Phasen.

Die Nebenwirkungen waren laut den Forschenden die bei der Standardtherapie erwartbaren und gut beherrschbar. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.
Eine MRD-Negativität wurde in der Studie bereits nach drei Monaten beobachtet und nach sechs Monaten bestätigt, erklärte Studienleiter Prof. Marc-Steffen Raab vom Universitätsklinikum Heidelberg. Bisher sei eine solche tiefe Remission bei der Standardtherapie nur bei etwa 65 Prozent der Patientinnen und Patienten erreicht worden – und das erst nach deutlich längerer Behandlungsdauer.
Prof. Leo Rasche vom Universitätsklinikum Würzburg ergänzte, dass die Ergebnisse auf eine mögliche langfristige Kontrolle der Erkrankung hindeuten. Eine Phase-III-Studie zur Bestätigung der Befunde soll ab Juli 2026 an 60 Standorten in Deutschland starten. Zudem soll geprüft werden, ob einzelne Wirkstoffe der Kombination verzichtbar sind oder die Therapie verkürzt werden kann.
Die Studie ist der erste Bericht einer gemeinsamen Untersuchung der beiden deutschen Myelomstudiengruppen GMMG und DSMM. Die Forschenden sehen darin einen möglichen Schritt hin zu einer besseren Langzeitkontrolle des Multiplen Myeloms.
Original Paper:
Raab, M.S., Weinhold, N., Kortüm, K.M. et al. Teclistamab-based induction treatment in transplant-eligible, newly diagnosed multiple myeloma: a phase 2 trial. Nat Med (2026). https://doi.org/10.1038/s41591-026-04471-x
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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