Studie: Fischölpräparate schützen Gehirn nicht vor Alzheimer
Fischölpräparate mit Omega-3-Fettsäuren haben entgegen weit verbreiteter Annahmen nur geringe Auswirkungen auf die Gehirngesundheit älterer Menschen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko. Das zeigt eine zweijährige Studie von Keck Medicine of USC.
Die placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 365 Teilnehmern ergab, dass hohe Dosen von Omega-3-Fettsäuren weder Gedächtnis noch kognitive Funktion oder den Verlust von Gehirnzellen in Alzheimer-relevanten Regionen verbesserten. Die Omega-3-Fettsäuren erreichten zwar das Gehirn – der DHA-Gehalt in der Zerebrospinalflüssigkeit stieg um 17 Prozent –, zeigten aber keine klinisch relevanten Effekte.
Dr. Hussein Naji Yassine, Direktor des USC Center for Personalized Brain Health und Hauptautor der Studie, erklärte, dass Omega-3-Fettsäuren zwar wichtig für die Bildung von Verbindungen zwischen Gehirnzellen seien. Die Ergebnisse sprächen jedoch nicht dafür, Fischölpräparate als vorbeugende Maßnahme gegen Alzheimer einzusetzen.

USC Center for Personalized Brain Health und leitender Forscher der Studie.
Credits:
Ricardo Carrasco III
Die Studie wurde mit älteren Erwachsenen durchgeführt, die selten Fisch aßen und ein erhöhtes Alzheimer-Risiko aufwiesen. Etwa die Hälfte trug das APOE4-Gen. Die Präparate enthielten 2.000 mg Docosahexaensäure (DHA).
Die Forscher betonen, dass ein gesunder Lebensstil – regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung – der beste Weg sei, die Gehirngesundheit zu schützen. Sie arbeiten nun an der Frage, warum Omega-3-Fettsäuren im Gehirn ankommen, aber nicht die gewünschte Wirkung entfalten, und entwickeln Medikamente, die die Aufnahme und Verwertung der Nährstoffe im Gehirn verbessern sollen.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift eBioMedicine veröffentlicht. Die Studie wurde von den National Institutes of Health und der Alzheimer’s Drug Discovery Foundation gefördert.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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