S3-Leitlinie zum Lungenkarzinom aktualisiert
Die S3-Leitlinie „Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms“ wurde im Leitlinienprogramm Onkologie grundlegend aktualisiert. Die wichtigsten Änderungen betreffen die medikamentöse Behandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms (SCLC) im fortgeschrittenen Stadium, Anpassungen zur Operabilitätsbewertung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) im Stadium II und III sowie neue Empfehlungen zur interventionellen Therapie.
Laut Robert Koch-Institut erkrankten im Jahr 2023 rund 24.900 Frauen und 33.500 Männer an Lungenkrebs. Die Prognose ist eher ungünstig und hängt stark vom Erkrankungsstadium ab. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei Frauen bei etwa 25 Prozent und bei Männern bei 19 Prozent.
Für Patienten mit fortgeschrittenem SCLC (Stadium IV) wurde die Kombination aus Chemotherapie und einem PD-1-Antikörper als neuer Standard in die Leitlinie aufgenommen. Professor Wolfgang Schütte vom Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau, einer der Koordinatoren der Leitlinienaktualisierung, erklärte, dass durch die Checkpoint-Inhibitoren zusätzlich zur Chemotherapie ein neuer Standard etabliert worden sei, der das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben deutlich verbessere. Erstmals lägen Daten vor, die ein Langzeitüberleben von drei Jahren zeigten.

Bei der Operabilitätsbewertung des NSCLC im Stadium II und III wird künftig systematisch in drei Dimensionen unterschieden: technisch (resezierbar?), funktionell (verträgt der Patient die OP?) und onkologisch (ist eine vollständige Tumorentfernung mit besserer Prognose möglich?). Zudem wurde das Alter als alleiniges Ausschlusskriterium gestrichen. Stattdessen soll eine individuelle, interdisziplinäre Risikoabwägung erfolgen.
Bei der interventionellen Therapie wurden zehn Empfehlungen überarbeitet und vier neue aufgenommen. Diese Methoden dienen vor allem der palliativen Symptomkontrolle, etwa bei Atemwegsverengungen oder Blutungen.
Die Leitlinie wird als „Living Guideline“ fortlaufend aktualisiert und richtet sich an Onkologen, Pneumologen, Thoraxchirurgen und alle an der Behandlung Beteiligten. Sie entstand unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Deutschen Krebsgesellschaft sowie unter Mitwirkung von 29 weiteren Fachgesellschaften und Organisationen. Finanziert wurde das Update von der Deutschen Krebshilfe.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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