Räumliche Proteinanalyse erklärt, warum manche Gefäßablagerungen leichter aufreißen
Eine räumliche Analyse von Proteinen in Gefäßablagerungen zeigt, warum manche Plaques in der Halsschlagader besonders instabil sind und leichter aufreißen können. Ein Forschungsteam unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) hat damit neue Einblicke in die Entstehung von Schlaganfällen gewonnen.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten Gewebeproben von 112 Patientinnen und Patienten, bei denen eine Operation an der Halsschlagader durchgeführt worden war. Mithilfe einer hochauflösenden Methode analysierten sie getrennt den abgestorbenen Gewebekern, die bindegewebige Kappe und die Gefäßwand jeder Plaque. Insgesamt identifizierten sie fast 4.900 verschiedene Proteine und konnten deren räumliche Verteilung kartieren.

Es zeigte sich, dass sich instabile Plaques vor allem im Bereich des abgestorbenen Gewebekerns und der bindegewebigen Kappe von stabileren Plaques unterscheiden. Dort fanden sich verstärkt Hinweise auf Entzündungen, Veränderungen des Fettstoffwechsels, Umbau des Stützgewebes sowie Verkalkungsprozesse. Die Gefäßwand selbst unterschied sich deutlich weniger.
Besonders auffällig war das Protein PCSK9, das bereits als Regulator des Fettstoffwechsels bekannt ist. Es trat bei instabilen Plaques lokal häufiger auf. Weitere Experimente deuteten darauf hin, dass Gefäßmuskelzellen unter entzündlichem und oxidativem Stress vermehrt PCSK9 bilden und freisetzen.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Cardiovascular Research veröffentlicht. Die Ergebnisse könnten langfristig helfen, gefährliche Plaques besser zu erkennen und gezielter zu behandeln.
Original Paper:
Sinha A, Sachs N, Kratz E, et al. Proteomics reveals spatial and molecular heterogeneities in advanced atherosclerotic carotid artery plaques. Nat Cardiovasc Res. Published online June 22, 2026. https://doi.org/10.1038/s44161-026-00827-1
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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