Präanalytik bei Glukosemessungen: Zentrifugierte PST-Röhrchen sind NaF-KOx überlegen
Eine Studie der Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School zeigt, dass zentrifugierte Lithium-Heparin-Plasma-Gel-Trennröhrchen (PST) bei der Glukosemessung deutlich stabiler sind als die häufig verwendeten Natriumfluorid/Kaliumoxalat-Röhrchen (NaF-KOx). Die Ergebnisse haben direkte Auswirkungen auf die Diagnostik von Diabetes und Prädiabetes.
Das Forschungsteam um Nicole V. Tolan verglich unzentrifugierte LiHep- und NaF-KOx-Proben mit sofort zentrifugierten PST-Proben über einen Zeitraum von acht Stunden bei Raumtemperatur. Dabei zeigte sich, dass NaF-KOx-Proben bereits in den ersten 90 Minuten einen signifikanten Glukoseabfall aufwiesen, der mit unzentrifugierten LiHep-Proben vergleichbar war. Im Gegensatz dazu blieben die Glukosewerte in den zentrifugierten PST-Proben bis zu 240 Minuten stabil.

Die Autoren empfehlen, NaF-KOx- und unzentrifugierte Proben nach 60 Minuten für Nüchtern-Glukose- und OGTT-Untersuchungen abzulehnen. Stattdessen sollten PST-Röhrchen verwendet und innerhalb von 30 Minuten nach der Blutentnahme zentrifugiert werden. Dies sei besonders in ambulanten Settings mit Transportverzögerungen relevant.
Die Studie unterstreicht, dass NaF-KOx-Röhrchen die Glykolyse nicht sofort stoppen und zudem nicht automatisierungsfreundlich sind. PST-Röhrchen hingegen erfüllen die Anforderungen an eine zuverlässige Glukosemessung besser und sind für automatisierte Laborprozesse geeignet.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlicht (DOI: 10.2337/dc25-2197). Sie liefern praktische Empfehlungen für die Präanalytik bei Nüchtern-Glukose- und oralen Glukosetoleranztests und sollen helfen, falsch niedrige Glukosewerte zu vermeiden, die zu Fehldiagnosen oder unangemessenen Therapieanpassungen führen können.
Original Paper:
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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