Neue CAR-T-Zellen mit Stammgedächtnis-Phänotyp zeigen vielversprechende Wirkung bei Blutkrebserkrankungen

von | Mai 4, 2026 | Forschung, Gesundheit

Forschende des Leibniz-Instituts für Immuntherapie (LIT) in Regensburg und des National Cancer Institute (NCI) in den USA haben in einer ersten klinischen Studie gezeigt, dass CAR-T-Zellen mit T-Stammgedächtniszellen (TSCM) sicher und wirksam sind. Die Zellen führten bereits bei sehr niedrigen Dosen zu kompletten Tumorrückbildungen – und das ohne die sonst übliche lymphodepletierende Chemotherapie vor der Infusion.

Die Studie, die in der Fachzeitschrift Cell erschienen ist, wurde von Prof. Luca Gattinoni vom LIT und Dr. James Kochenderfer vom NCI geleitet. Sie untersuchte Patienten mit rezidivierten oder refraktären CD19-positiven B-Zell-Erkrankungen nach einer allogenen Stammzelltransplantation.

Die CAR-T-Zellen mit TSCM-Phänotyp vermehrten sich stärker und überlebten länger im Körper der Patienten als herkömmliche CAR-T-Zellen. Gleichzeitig traten deutlich weniger schwere Nebenwirkungen wie ein Zytokinfreisetzungssyndrom auf. Die Behandlung war gut verträglich und führte in mehreren Fällen zu dauerhaften kompletten Remissionen.

PET/CT Aufnahmen, die die Rückbildung der Knochenläsionen bei B Zell ALL (gelbe Pfeile) nach Infusion von CAR TSCM Zellen zeigen. | Copyright: Quelle: NIH
PET/CT Aufnahmen, die die Rückbildung der Knochenläsionen bei B Zell ALL (gelbe Pfeile) nach Infusion von CAR TSCM Zellen zeigen. | Copyright: Quelle: NIH 

Die Wissenschaftler hatten zuvor eine Plattform-Technologie zur Herstellung von standardisierten, mit TSCM-Zellen angereicherten CAR-T-Zellen entwickelt. Diese Zellen behalten ihre stammzellähnlichen Eigenschaften bei und bilden im Körper ein sich selbst erneuerndes Reservoir, das über längere Zeit wirksam bleibt.

Die Ergebnisse gelten als wichtiger Schritt hin zu CAR-T-Zelltherapien der nächsten Generation. Die Forscher betonen, dass die TSCM-basierten Zellen eine bessere Persistenz und eine zuverlässigere Wirkung zeigen als bisherige Produkte. Zukünftige Studien sollen den Ansatz in größeren Patientengruppen und bei weiteren Indikationen prüfen.

Die Arbeit wurde von mehreren Arbeitsgruppen des LIT und internationalen Kooperationspartnern durchgeführt. Sie liefert erste klinische Evidenz dafür, dass die gezielte Anreicherung von Stammgedächtniszellen die Wirksamkeit und Verträglichkeit von CAR-T-Zelltherapien verbessern kann.

Original Paper:

Distinct in vivo dynamics of donor-derived stem cell memory CAR T cells post-allogeneic HSCT relapse: Cell

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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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