Geänderte CDC-Kommunikation zu Impfungen und Autismus mindert Impfbereitschaft und Vertrauen

von | Mai 4, 2026 | Forschung, Gesundheit, Politik

Eine veränderte offizielle Mitteilung der US-Gesundheitsbehörde CDC zum Thema Impfungen und Autismus führt zu messbar negativen Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung. Dies zeigt eine groß angelegte Online-Studie der Universität Wien mit fast 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den USA.

Die Studie untersuchte, wie sich die im November 2025 geänderte CDC-Kommunikation auswirkt. Während früher klar kommuniziert wurde, dass Impfungen weder ursächlich noch statistisch mit Autismus zusammenhängen, betont die neue Version angebliche Unsicherheiten und fordert weitere Untersuchungen. Wer diese abgeänderte Version las, hielt Nebenwirkungen von Impfungen für wahrscheinlicher, zeigte größere Bedenken hinsichtlich der Impfsicherheit und gab eine geringere Bereitschaft an, sich impfen zu lassen.

Darüber hinaus führte die veränderte Mitteilung zu einem deutlichen Vertrauensverlust in die CDC und förderte die Zustimmung zu typischen Strategien der Wissenschaftsleugnung, wie selektives Zitieren von Studien oder unrealistische Beweisforderungen.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Influenzaviren | Copyright: CDC/Science Photo Library
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Influenzaviren | Copyright: CDC/Science Photo Library

Die Forschenden unter Leitung des Psychologen Robert Böhm von der Universität Wien betonen, dass die Art der Kommunikation selbst ein Risikofaktor sein kann. Besonders problematisch sei es, wenn bei Themen mit breitem wissenschaftlichem Konsens plötzlich Unsicherheit in den Vordergrund gestellt werde. Die Ergebnisse seien nicht nur für das Impfthema relevant, sondern zeigten auch breitere gesellschaftliche Folgen.

Die Autorinnen und Autoren plädieren daher für klare Richtlinien zur Gesundheitskommunikation. Wichtige Änderungen in offiziellen Botschaften sollten transparent dokumentiert, streng evidenzbasiert und möglichst vorab auf ihr Verständnis in der Bevölkerung geprüft werden. Unsicherheiten dürften nur im Kontext des gesamten Forschungsstands und mit eindeutigen Handlungsempfehlungen kommuniziert werden.

Die Studie ist im renommierten Fachmagazin Science erschienen. Sie unterstreicht die große Verantwortung von Gesundheitsbehörden bei der Formulierung öffentlicher Mitteilungen.

Original paper:

Böhm, R., Schneider, A., Betsch, C. & Lilleholt, L. (2026) CDC communication undermines trust in vaccines. In Science.
DOI: 10.1126/science.aef5320

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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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