Neue Blutmarker verknüpfen Herzfibrose, Pumpfunktion und Prognose bei schwerer Aortenklappenstenose

von | Apr. 14, 2026 | Forschung, Gesundheit

Forschende des Universitätsklinikums Göttingen haben Serum-Biomarker identifiziert, die bei Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose myokardiale Fibrose, eingeschränkte systolische Herzfunktion und die kardiovaskuläre Sterblichkeit nach einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVR) direkt miteinander verknüpfen. Die Ergebnisse sind als Research Letter in der Fachzeitschrift Cardiovascular Research erschienen.

Das Team um Svante Gersch und Moritz Schnelle analysierte bei 169 Patienten vor dem Eingriff 184 verschiedene Serumproteine mit der Olink-Technologie. Bei 100 Patienten lag zudem eine histologische Bestimmung der myokardialen Fibrose aus Myokardbiopsien vor. Mehrere Marker zeigten signifikante Zusammenhänge mit dem Ausmaß der Fibrose. Die Fibrose selbst korrelierte invers mit der linksventrikulären Auswurffraktion.

Symbolbild. Credits: Pixabay
Symbolbild. Credits: Pixabay

Erhöhte Spiegel von BNP, NT-proBNP, Wachstumshormon (GH) und Fibroblasten-Wachstumsfaktor 23 (FGF23) sowie erniedrigte Werte des Stem Cell Factor (SCF) waren gleichzeitig mit stärkerer Fibrose, reduzierter Pumpfunktion und höherer kardiovaskulärer Sterblichkeit nach TAVR assoziiert. Es handelt sich um die erste Studie, die Serum-Biomarker beschreibt, die strukturelle Herzveränderungen, funktionelle Einschränkungen und klinische Endpunkte bei schwerer Aortenklappenstenose in dieser Weise verbinden.

Die Autoren betonen den explorativen Charakter der Arbeit und fordern eine Validierung in größeren prospektiven Kohorten. Solche Marker könnten künftig die Risikostratifizierung vor TAVR verbessern und zu einer präziseren Patientenselektion beitragen.

Original paper:

Identification of serum biomarkers linking myocardial fibrosis, systolic dysfunction and outcomes in patients with severe aortic stenosis | Cardiovascular Research | Oxford Academic


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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