Interprofessionelle Ausbildungsstation als Pilotprojekt in der Neurologie gestartet

von | Apr. 20, 2026 | Forschung, Gesundheit

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden erprobt erstmals eine interprofessionelle Ausbildungsstation (IPSTA) in der Klinik für Neurologie. Studierende der Medizin und Auszubildende der Pflege übernehmen dabei eigenständig die Betreuung von Patienten, einschließlich Diagnostik und Therapiemanagement. Das Pilotprojekt auf der Stroke Unit soll interprofessionelles Lernen fördern und die künftige Zusammenarbeit in der Patientenversorgung verbessern.

Zwei Medizinstudierende im Praktischen Jahr und zwei Pflegeauszubildende im dritten Lehrjahr betreuten in der zweiwöchigen Pilotphase je zwei Patientenzimmer. Unterstützt wurden sie durch eine ärztliche und eine pflegerische Lernbegleitung. Die Teilnehmenden lernten, gemeinsam mit-, von- und übereinander zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Erste Rückmeldungen zeigen, dass das Format Ängste abbaut und das Selbstbewusstsein stärkt.

Das Team der interprofessionellen Ausbildungsstation (IPSTA). | Quelle: UKDD/Michael Kretzschmar
Das Team der interprofessionellen Ausbildungsstation (IPSTA). | Quelle: UKDD/Michael Kretzschmar

Medizinischer Vorstand Prof. Uwe Platzbecker betonte, dass das Uniklinikum mit solchen modernen Ausbildungsformaten dem Wunsch der jungen Menschen nach frühem Praxiserlebnis nachkomme. Die enge Zusammenarbeit auf der Stroke Unit ermögliche kurze Abstimmungswege und ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen ärztlichem und pflegerischem Dienst. Die wissenschaftliche Begleitung übernahm das Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin der TU Dresden.

Das Konzept der interprofessionellen Ausbildungsstation stammt aus Skandinavien und wird in Deutschland zunehmend erprobt. Die Teilnehmenden dokumentierten ihre Erfahrungen in täglichen Reflexionsrunden. Die Resonanz war durchweg positiv. Die Stroke Unit soll künftig regelmäßig als Ausbildungsstation genutzt werden. Eine Verstetigung und Ausweitung auf weitere Bereiche des Klinikums ist geplant.

Das Projekt unterstreicht den Anspruch des Universitätsklinikums, moderne und praxisnahe Ausbildungsformate zu etablieren und damit die Qualität der Patientenversorgung langfristig zu stärken.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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