Hormonell wirksame Chemikalien in Muttermilch und Babys nachgewiesen

von | Juni 15, 2026 | Forschung, Gesundheit

In Muttermilch und im Urin von Säuglingen wurden in den ersten sechs Lebensmonaten zahlreiche hormonell wirksame Chemikalien (Endocrine Disrupting Chemicals, EDCs) nachgewiesen. Dazu zählen Bisphenole wie BPA und BPS, Phthalate, Parabene sowie bestimmte Pestizide.

Eine italienische Studie im Rahmen des LIFE-MILCH-Projekts untersuchte 336 Mutter-Kind-Paare. Die Proben wurden einen, drei und sechs Monate nach der Geburt entnommen. BPA wurde in etwa der Hälfte der Muttermilchproben gefunden, Phthalate in über 85 Prozent. Im Urin der Kinder stieg der Anteil positiver Proben bei mehreren Substanzen im Laufe der Monate an.

Die Chemikalien stammen vor allem aus der Ernährung sowie aus Produkten für Körperpflege und Haushalt. Sie können das Hormonsystem beeinflussen und werden mit Entwicklungsstörungen, Übergewicht und späteren gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht.

Symbolbild. Credits: Pexels/Pixabay
Symbolbild. Credits: Pexels/Pixabay

„Muttermilch ist die optimale Ernährung für jedes Kind und muss geschützt werden – auch wenn sie als Überträger von Umweltgiften dient“, erklärte Studienleiterin Maria Elisabeth Street von der Universität Parma. Die ersten Lebensmonate seien eine besonders sensible Phase, in der Umwelteinflüsse langfristige Auswirkungen haben könnten.

Die Forscher fordern verstärkte Präventionsmaßnahmen und eine Reduktion der Exposition gegenüber diesen Chemikalien. In Italien wurden bereits Initiativen zur Überwachung und Reduzierung solcher Substanzen in Produkten gestartet.

Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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