Diabetes erhöht Sterberisiko nach Organtransplantation deutlich
Menschen mit Diabetes haben nach einer Organtransplantation ein deutlich höheres Sterberisiko als Empfänger ohne Diabetes. Das gilt sowohl für bereits bestehenden als auch für neu aufgetretenen Diabetes.
Eine große US-Studie mit mehr als 800.000 Organtransplantat-Empfängern zwischen 2003 und 2021 zeigt, dass das Risiko je nach Organart unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Bei Nierentransplantationen lag die Sterblichkeit nach zehn Jahren bei Patienten mit Diabetes um fast 24 zusätzliche Todesfälle pro 100 Empfänger höher als bei nicht-diabetischen Patienten.

Bei Leber- und Herztransplantationen war der Unterschied nach einem Jahr bereits erkennbar, bei Lungentransplantationen hingegen deutlich geringer. Die Studie belegt erstmals in einem direkten Vergleich, wie stark Diabetes die Langzeitprognose nach verschiedenen Organtransplantationen beeinflusst.
„Transplantationszentren sollten sowohl bestehenden als auch neu auftretenden Diabetes engmaschig überwachen“, erklärte der leitende Forscher Mishal Ali von der University of Chicago. Da der Effekt je nach Organ unterschiedlich stark ist, müssten Prävention und Behandlung individuell angepasst werden.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer guten Blutzuckerkontrolle bei Transplantat-Patienten. Diabetes gilt als einer der wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren für eine verschlechterte Prognose nach Organtransplantation.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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