Geschlechtersensible Medizin: Leopoldina-Vorlesung zu Herzinfarkt-Risiken bei Frauen
Frauen sterben an ihrem ersten Herzinfarkt deutlich häufiger als Männer, weil die Symptome oft anders verlaufen und seltener als Herzinfarkt erkannt werden. Darauf macht die Gendermedizinerin Prof. Dr. Ute Seeland aufmerksam. Am Mittwoch, 17. Juni 2026, hält sie an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle eine Vorlesung zum Thema „Geschlechtersensible Medizin – wieso, weshalb, warum?“.
Seeland ist Fachärztin für Innere Medizin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und leitet seit 2024 die erste Hochschulambulanz für geschlechtersensible Medizin in Deutschland. In ihrem Vortrag werde sie erläutern, wie biologische Faktoren wie Geschlecht, Hormonstatus und Physiologie zusammen mit soziokulturellen Einflüssen berücksichtigt werden müssen, um eine bessere Diagnostik und Therapie zu ermöglichen. Besonders in der Forschung und bei klinischen Studien seien Frauen bislang oft unzureichend berücksichtigt worden.

Vor der Vorlesung um 18:30 Uhr überreicht Leopoldina-Präsidentin Prof. Dr. Bettina Rockenbach um 17:30 Uhr die Mitgliedsurkunden an neue Mitglieder der Klasse III – Medizin. Die Veranstaltung im Hauptgebäude der Leopoldina (Jägerberg 1) richtet sich an alle Interessierten und ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis Montag, 15. Juni erforderlich.
Die geschlechtersensible Medizin verfolgt einen systembiologischen Ansatz und soll dazu beitragen, dass Krankheiten bei beiden Geschlechtern gleichberechtigt erkannt und behandelt werden. Die Leopoldina-Vorlesung wird von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt als Fortbildungsveranstaltung anerkannt.
Am Folgetag, dem 18. Juni, findet zudem ein Fachsymposium der Klasse III mit dem Titel „Neueste Erkenntnisse aus der Medizin“ statt, bei dem weitere aktuelle medizinische Themen behandelt werden. Auch dieses Symposium ist als Fortbildung anerkannt.
Weitere Informationen:
Leopoldina: Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.




