Erste randomisierte Studie zu neuer Lassafieber-Therapie: Favipiravir sicher und gut verträglich

von | Mai 18, 2026 | Forschung, Gesundheit

Forschende des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben erstmals eine randomisierte klinische Studie zur Behandlung des Lassafiebers durchgeführt. Der Wirkstoffkandidat Favipiravir erwies sich dabei als sicher und gut verträglich. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Medicine erschienen.

Lassafieber ist eine schwere virale hämorrhagische Fiebererkrankung, die vor allem in Westafrika vorkommt. Jährlich erkranken dort 100.000 bis 300.000 Menschen. Bei hospitalisierten Patienten liegt die Sterblichkeitsrate bei etwa 20 Prozent. Bisher gibt es keine zugelassene Impfung und keine Therapie mit eindeutig bestätigter Wirksamkeit. Der bisherige Standard Ribavirin wird seit Jahrzehnten eingesetzt, ohne dass randomisierte Studien seine Wirksamkeit belegen konnten.

Credits: OpenClipart-Vectors/pixabay
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In der SAFARI-Studie testeten die Wissenschaftler Favipiravir – einen antiviralen Wirkstoff, der ursprünglich gegen Influenza entwickelt wurde – bei Patienten mit mildem bis moderatem Lassafieber. Die randomisierte kontrollierte Studie verglich Favipiravir mit Ribavirin. Favipiravir hemmt die Virusvermehrung bei einer Vielzahl von RNA-Viren, zu denen auch das Lassa-Virus gehört.

Die Ergebnisse zeigen, dass Favipiravir eine sichere und verträgliche Alternative zu Ribavirin sein kann. Insbesondere das Risiko von Blutarmut als Nebenwirkung scheint geringer zu sein. Die Studie liefert damit erstmals belastbare Daten zu einer neuen Therapieoption bei Lassafieber.

Die Forschenden sehen in Favipiravir einen vielversprechenden Kandidaten für weitere Studien, insbesondere bei schweren Verläufen und in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Basierend auf den gewonnenen pharmakokinetischen Daten wird nun ein angepasstes Behandlungsschema in der internationalen Plattformstudie INTEGRATE geprüft, an der das BNITM als Gründungsmitglied beteiligt ist.

Die Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit Partnern in Nigeria (Irrua Specialist Teaching Hospital und Federal Medical Center Owo) durchgeführt. Sie wurde unter anderem vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), dem Bundesministerium für Gesundheit und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Original Paper:

Erameh C., Okwaraeke K et al. Favipiravir for Lassa fever: an open-label, randomized controlled phase II trial. Nature Medicine 2026, DOI: 10.1038/s41591-026-04402-w


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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