Demenzrisiko beginnt bereits bei jungen Erwachsenen

von | Juni 3, 2026 | Forschung, Gesundheit

Die geistige Leistungsfähigkeit und das spätere Demenzrisiko werden bereits im jungen Erwachsenenalter durch Lebensstil- und Gesundheitsfaktoren beeinflusst. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität Leipzig, die in der Fachzeitschrift Alzheimer’s & Dementia veröffentlicht wurde.

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Steffi G. Riedel-Heller wertete Daten der bundesweiten NAKO-Gesundheitsstudie mit fast 150.000 Teilnehmern im Alter von 20 bis 75 Jahren aus. Mithilfe des LIBRA-Index, der modifizierbare Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel, Depression oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen berücksichtigt, zeigte sich: Bereits bei 20- bis 39-Jährigen war ein höheres Demenzrisiko mit einer signifikant schlechteren kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden.

Während bei Jüngeren vor allem verhaltens- und psychosoziale Faktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und depressive Symptome im Vordergrund standen, dominierten bei älteren Menschen kardiovaskuläre Risiken. Männer wiesen im Durchschnitt höhere Risikowerte auf als Frauen. Besonders stark betroffen waren Frauen mit niedrigem sozioökonomischem Status.

Symbolbild. Credits: GDJ/pixabay
Symbolbild. Credits: GDJ/pixabay

Riedel-Heller erklärte, dass sich die Art der Risikofaktoren über die Lebensspanne verändere. Die Risikoreduktion sollte daher nicht erst im mittleren oder höheren Alter beginnen, sondern bereits im jungen Erwachsenenalter einsetzen.

Die Ergebnisse machen zudem auf soziale Ungleichheiten aufmerksam. Personen mit niedrigerem sozioökonomischem Status hatten deutlich ungünstigere Risikoprofile. Die Autoren betonten, dass Präventionsmaßnahmen besonders diese Gruppen erreichen müssten, um soziale Benachteiligungen nicht zu verstärken.

Die Studie zeigt erstmals, dass der LIBRA-Index auch bei jungen Erwachsenen aussagekräftig ist und unterstreicht die Notwendigkeit einer lebenslaufbezogenen Prävention von Demenz.

Original Paper:

Associations of the Lifestyle for Brain Health (LIBRA) index with cognitive functioning across adulthood: Variation by sex and socioeconomic status in the German National Cohort (NAKO) – PubMed

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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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