CHEM-SCAN soll Chemoresistenz bei Tumoren sichtbar machen

von | Mai 26, 2026 | Forschung, Gesundheit

Ein neues Forschungsprojekt der Universität Bielefeld will besser verstehen, warum manche Tumorzellen auf Chemotherapien nicht oder nur unzureichend ansprechen. Das EIC-finanzierte Projekt CHEM-SCAN entwickelt eine hochauflösende bildgebende Technologie, die Reaktionen einzelner Tumorzellen auf Medikamente nahezu in Echtzeit sichtbar machen soll.

Die Forschenden kombinieren fluoreszierende Sonden mit der Fluoreszenz-Lebensdauer-Mikroskopie (FLIM). Damit können sie dreidimensionale Zellkulturen (Sphäroide) aus Tumorgewebe von Patienten untersuchen. Diese Modelle bilden die Struktur und das Verhalten realer Tumore deutlich realistischer ab als herkömmliche Zellkulturen.

Ziel ist es, Unterschiede zwischen Primärtumor und Metastasen sowie zwischen verschiedenen Zelltypen innerhalb eines Tumors zu erfassen. Langfristig könnte die Technologie helfen, Therapien gezielter auf einzelne Patienten abzustimmen und belastende, aber unwirksame Behandlungen zu vermeiden.

Mikroskopaufnahme eines in der Kulturschale gezüchteten Tumormodells: Das Projekt nutzt solche Zellkulturen für seine Analysen. Die fluoreszierenden Farben markieren bestimmte Zellbestandteile. Maßstab: 150 Mikrometer. | Quelle: Universität Bielefeld | Copyright: Universität Bielefeld
Mikroskopaufnahme eines in der Kulturschale gezüchteten Tumormodells: Das Projekt nutzt solche Zellkulturen für seine Analysen. Die fluoreszierenden Farben markieren bestimmte Zellbestandteile. Maßstab: 150 Mikrometer. | Quelle: Universität Bielefeld | Copyright: Universität Bielefeld

Professor Dr. Thomas Huser, Leiter der Arbeitsgruppe Biomolekulare Photonik an der Universität Bielefeld und Koordinator des Projekts, erklärte, dass CHEM-SCAN eine Technologie entwickelt, die erstmals die Reaktion von Tumorzellen auf Therapien in hoher Auflösung und nahezu in Echtzeit verfolgen kann. Dies eröffne neue Möglichkeiten, Resistenzmechanismen zu verstehen und gezielter zu behandeln.

Das Projekt wird mit rund drei Millionen Euro gefördert und läuft über vier Jahre. Beteiligt sind neben der Universität Bielefeld und der Medizinischen Fakultät OWL die Universität Wien, die KU Leuven sowie die Industriepartner PicoQuant GmbH und The Twinkle Factory SA.

Die Studie wird im Rahmen der Europäischen Woche gegen den Krebs (25. bis 31. Mai) besonders hervorgehoben. Die Ergebnisse könnten langfristig zu einer präziseren und personalisierteren Krebstherapie beitragen.

Weitere Informationen:

EU Funding & Tenders Portal


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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