Ethik: Ärzte Codex der DGIM soll künftig fester Bestandteil der Weiterbildung sein
Der Ärzte Codex der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) soll künftig zu den ethischen Grundlagen gehören, die Ärztinnen und Ärzte in ihrer Weiterbildung erlernen. Das hat der 130. Deutsche Ärztetag im Rahmen der Weiterentwicklung der Musterweiterbildungsordnung beschlossen.
Der Codex mit dem Leitgedanken „Medizin vor Ökonomie“ gibt Ärztinnen und Ärzten Orientierung in Zeiten wirtschaftlichen Drucks. Im Zweifelsfall habe die medizinisch begründete Entscheidung Vorrang vor betriebswirtschaftlichen Vorgaben, heißt es in dem Dokument. Die DGIM begrüßte den Beschluss als wichtiges Signal.
Die Allgemeinen Inhalte der Musterweiterbildungsordnung geben vor, welche übergreifenden Kompetenzen, Haltungen und Rollen Ärztinnen und Ärzte im Laufe ihrer Weiterbildung erwerben sollen. Der Ärzte Codex wird dort künftig neben dem Genfer Gelöbnis und der Deklaration von Helsinki als ethischer Bezugspunkt verankert.

Die DGIM-Vorsitzende Prof. Petra-Maria Schumm-Draeger hatte die ethische Selbstverpflichtung im Jahr 2017 initiiert. Mehr als 40 Verbände, medizinische Fachgesellschaften und zahlreiche Einzelpersonen unterstützen den Codex.
DGIM-Generalsekretär Prof. Georg Ertl betonte, dass der Codex Ärztinnen und Ärzte nicht von einem verantwortungsvollen Umgang mit begrenzten Ressourcen entbinde. Gute Medizin vermeide jedoch Überversorgung in Form unnötiger Diagnostik und Therapie. Gerade in Zeiten knapper Kassen müsse das Patientenwohl im Vordergrund stehen.
Der Beschluss des Ärztetages unterstreicht die Bedeutung ethischer Maßstäbe in einer zunehmend ökonomisierten Medizin. Die rechtlich verbindlichen Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern werden die Musterweiterbildungsordnung in eigener Zuständigkeit umsetzen.
Weitere Informationen:
DGIM – Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin: Ärzte Codex
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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