DZIF-Forschende entwickeln Einzeldosis-Malaria-Therapie SPAP

von | Juni 23, 2026 | Forschung, Gesundheit

Eine neue Einzeldosis-Therapie gegen Malaria könnte die Behandlung der Tropenkrankheit deutlich vereinfachen und der zunehmenden Arzneimittelresistenz entgegenwirken. Forschende des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) haben die Vier-Medikamenten-Kombination mit dem Namen SPAP entwickelt.

Die Therapie basiert auf den bereits zugelassenen Wirkstoffen Sulfadoxin, Pyrimethamin, Artesunat und Pyronaridin. Erste klinische Daten aus Gabun deuten darauf hin, dass SPAP durch mehrere Wirkmechanismen gegen den Malariaerreger sowohl Resistenzprobleme als auch die unzureichende Einnahmetreue bei mehrtägigen Therapien adressieren könnte.

Behandlung einer Patientin am CERMEL-Satellitenstandort Mighoma im Rahmen der klinischen SPAP-Studie in Gabun. Zu sehen sind die Krankenschwester Merleye Nongou (stehend), die Datenerfasserin Naomie Badinga (sitzend), sowie Dr. Alex Hounmenou Zinsou. | Copyright: Ghyslain Mombo-Ngoma
Behandlung einer Patientin am CERMEL-Satellitenstandort Mighoma im Rahmen der klinischen SPAP-Studie in Gabun. Zu sehen sind die Krankenschwester Merleye Nongou (stehend), die Datenerfasserin Naomie Badinga (sitzend), sowie Dr. Alex Hounmenou Zinsou. | Copyright: Ghyslain Mombo-Ngoma

Die Therapie wird derzeit für groß angelegte klinische Studien in mehreren afrikanischen Ländern vorbereitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat SPAP in ihre Liste prioritärer Malariamedikamente aufgenommen. Mit der Herstellung von Tabletten mit fester Dosierung soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Bis neue Malariamedikamente der nächsten Generation verfügbar seien, würden noch viele Jahre vergehen, erklärte Prof. Peter Kremsner vom Universitätsklinikum Tübingen. Deshalb sei es entscheidend, die vorhandenen Wirkstoffe optimal zu kombinieren.

Prof. Ghyslain Mombo-Ngoma vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und Leiter des Projekts betonte, dass eine Einzeldosistherapie die Behandlung erheblich vereinfachen und den Zugang für Patientinnen und Patienten in betroffenen Regionen verbessern könnte. Mombo-Ngoma wurde kürzlich für seine Beiträge zur globalen Gesundheitsforschung in die TIME100 Health 2026 aufgenommen.

Die Studie wird vom DZIF maßgeblich unterstützt und entstand in enger Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnerinstitutionen, darunter das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) in Gabun und das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR) in Ghana. Die Wissenschaftler sehen in SPAP einen bedeutenden Fortschritt für die Malariabekämpfung in Subsahara-Afrika.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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