Mars: Chiralität organischer Moleküle als Lebensindikator
Forschende bereiten sich mit Laboruntersuchungen von Meteoriten auf die Suche nach Spuren früheren Lebens auf dem Mars vor. Das Team des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS), der Universität Göttingen und der Universität Côte d’Azur hat mit baugleichen Komponenten des Mars-Instruments MOMA erstmals die chiralen Eigenschaften der Kohlenwasserstoffe Pristan und Phytan in Meteoritenproben analysiert.
Das Instrument MOMA soll ab 2030 mit dem ESA-Rover Rosalind Franklin auf dem Mars nach organischen Molekülen suchen. Besonders aussagekräftig sind dabei Stoffe wie Pristan und Phytan, die auf der Erde als Bestandteile von Erdöl vorkommen und auf biologische Prozesse zurückgehen. Ihre Chiralität – die spiegelbildliche Anordnung der Atome im Molekül – könnte Aufschluss darüber geben, ob sie einst Teil lebender Organismen waren.

In lebenden Systemen treten chirale Moleküle fast ausschließlich in einer der beiden spiegelbildlichen Formen auf. Nicht-biologische Prozesse erzeugen dagegen beide Formen in etwa gleichen Anteilen. Die neuen Messungen zeigten, dass der Murchison-Meteorit beide chiralen Varianten von Pristan und Phytan zu gleichen Teilen enthält. Die Forschenden vermuten, dass der Meteorit diese Moleküle beim Eintritt in die Erdatmosphäre durch Aerosole aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe aufgenommen hat.
Dr. Guillaume Leseigneur vom MPS, Erstautor der Studie, erklärte, dass Moleküle wie Pristan und Phytan wichtige molekulare Biosignaturen darstellen könnten, die auf dem Mars bis heute überdauert haben könnten. Die erfolgreiche Trennung der chiralen Varianten mit dem MOMA-Prinzip bestätige die Leistungsfähigkeit des Instruments.
Die Ergebnisse dienen nicht nur als Probelauf für die Mars-Mission, sondern werfen auch neue Fragen zum Ursprung organischer Moleküle in Meteoriten und zu Verunreinigungen durch fossile Brennstoffe in der Erdatmosphäre auf.
Das Instrument MOMA ist Teil der ExoMars-Mission der ESA. Es wurde unter Leitung des MPS entwickelt und gebaut. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
Original Paper:
Guillaume Leseigneur, Manuel Reinhardt, Fatma Yesil Sahan, Uwe Meierhenrich:
Racemic isoprenoids in the Murchison meteorite derive from petroleum-based aerosol pollutants,
Earth and Planetary Science Letters, 690 (2026), 120141
Link: https://doi.org/10.1016/j.epsl.2026.120141
DOI: 10.1016/j.epsl.2026.120141
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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