Hasenpest infiziert Menschen in Deutschland: Symptome, Nachweis und Blutbild

von | Apr. 22, 2026 | Forschung, Gesundheit

In Niedersachsen und Bremen sind in diesem Jahr bereits drei Menschen an Hasenpest (Tularämie) erkrankt. Bundesweit wurden bis zum 21. April 2026 insgesamt 33 Fälle gemeldet. Im Vorjahr lag die Zahl bei 224 Erkrankungen bundesweit, davon sechs in den beiden Bundesländern.

Die durch das Bakterium Francisella tularensis ausgelöste Zoonose wird vor allem von infizierten Feldhasen und Nagetieren auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt. Besonders gefährdet sind Jäger, Waldarbeiter und Hundebesitzer.

Symbolbild. Credits: OpenClipart-Vectors/Pixabay
Symbolbild. Credits: OpenClipart-Vectors/Pixabay

Typische Symptome
Die Erkrankung beginnt meist grippeähnlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, starken Kopf- und Gliederschmerzen sowie Abgeschlagenheit. Häufig treten geschwollene und schmerzhafte Lymphknoten auf. Bei der ulzeroglandulären Form (häufigste Variante) entstehen schlecht heilende Hautgeschwüre an der Eintrittsstelle. Magen-Darm-Beschwerden, Husten oder eine Lungenentzündung sind ebenfalls möglich. Unbehandelt kann die Infektion in eine schwere Sepsis übergehen.

Nachweis und Blutbild
Der Erregernachweis erfolgt vor allem durch PCR aus Blutproben, Wundabstrich, Lymphknotenmaterial oder respiratorischem Sekret. Serologische Untersuchungen (Antikörpernachweis) dienen der Bestätigung. Die Anzucht des hochinfektiösen Bakteriums in der Kultur ist möglich, erfordert jedoch spezielle Sicherheitslabore der Stufe 3.

Im Blutbild zeigt sich häufig eine Leukozytose mit Linksverschiebung. Die Entzündungswerte (CRP, BSG) sind meist deutlich erhöht, können aber auch nur mäßig ausgeprägt sein. Eine spezifische Veränderung im Blutbild gibt es nicht – die Diagnose wird immer durch den direkten oder indirekten Erregernachweis gesichert.

Bei Symptomen nach Kontakt mit Wildtieren, insbesondere Feldhasen, oder nach Insektenstichen sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Die Erkrankung ist antibiotisch gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird.

Das Wildtierkompetenzzentrum des LAVES in Niedersachsen hat im Jahr 2025 bei 43 von 295 untersuchten Feldhasen den Erreger nachgewiesen. Seit Jahresbeginn 2026 wurden bei 23 Untersuchungen bereits vier weitere infizierte Hasen festgestellt. Die Veterinär- und Gesundheitsämter raten zu erhöhter Vorsicht.

Weitere Informationen:

RKI – Tularämie (Hasenpest, Francisella tularensis) – Tularämie (Hasenpest, Francisella tularensis)


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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