Kaiserslautern: Graphen steigert Empfindlichkeit plasmonischer Biosensoren massiv
Ein Forschungsteam der Hochschule Kaiserslautern hat eine Methode entwickelt, mit der die Empfindlichkeit plasmonischer Biosensoren durch eine hauchdünne Graphenschicht deutlich erhöht wird. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift „Advanced Healthcare Materials“ und wurden auf dem Cover der aktuellen Ausgabe präsentiert.
Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Alexey Tarasov kombinierte eine einzelne Lage Graphen mit Surface-Plasmon-Resonanz-Sensoren (SPR). In verschiedenen biologischen Tests verstärkte Graphen die Sensorsignale um bis zu 600 Prozent. Dieser Effekt liegt deutlich über bisher bekannten Werten.

Die verbesserten Sensoren ermöglichen eine hoch sensible Echtzeitbeobachtung von Wechselwirkungen zwischen Biomolekülen, Viren oder Zellen. In den Experimenten wurden unter anderem Bindungen zwischen Antikörpern und Viren sowie zwischen Peptiden und Immunzellen untersucht. Es gelang zudem, unterschiedliche Zelltypen voneinander zu unterscheiden – ein Ergebnis, das mit konventionellen Sensoroberflächen nicht erreichbar war.
Die Technologie eröffnet neue Perspektiven für die medizinische Diagnostik, die Analyse von Immunreaktionen, die Entwicklung von Therapien sowie für schnelle Point-of-Care-Tests. An der Studie war neben der Hochschule Kaiserslautern das Unternehmen PROGEN Biotechnik GmbH beteiligt.
Die Veröffentlichung trägt den Titel „Graphene-Enhanced Plasmonic Interfaces: A General Strategy for Highly Sensitive Detection of Biomolecular Interactions“.
Original Paper:
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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