Viele norwegische Jugendliche betreiben Sexting
Sexting ist unter norwegischen Teenagern weit verbreitet. Das zeigt eine Langzeitstudie der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU). Demnach haben bereits im Alter von 16 Jahren 31 Prozent der Jugendlichen Nacktfotos oder -videos von sich selbst mit sichtbaren Brüsten oder Genitalien verschickt. Mit 18 Jahren stieg dieser Anteil auf 39 Prozent. Im Alter von 14 Jahren lag er noch bei acht Prozent.
Deutlich häufiger als das Versenden ist das Empfangen solcher Nachrichten. Mit 14 Jahren hatten 39 Prozent der Befragten bereits derartige Fotos oder Videos erhalten. Mit 16 und 18 Jahren waren es jeweils etwa 70 Prozent.
Die Daten stammen aus der „Trondheim Early Secure Study“, an der 743 Jugendliche teilnahmen – etwa gleich viele Jungen und Mädchen. Die aktuelle Auswertung wurde von Professorin Silje Steinsbekk und Professor Lars Wichstrøm von der NTNU-Abteilung für Psychologie gemeinsam mit zwei US-Wissenschaftlerinnen durchgeführt.

Die meisten Jugendlichen verschickten solche Aufnahmen an ihren Freund oder ihre Freundin. Gleichzeitig gaben viele an, derartige Nachrichten auch von ihrem Partner erhalten zu haben. Am häufigsten kamen die Nachrichten jedoch von Unbekannten. Besonders 18-Jährige berichteten, dass 32 Prozent solcher Bilder oder Videos von ihrem Partner erhalten hatten.
Mädchen erhielten deutlich häufiger Sexting-Nachrichten als Jungen – vor allem von Fremden und direkt auf ihren eigenen Social-Media-Profilen. Jungen hingegen berichteten öfter, solche Nachrichten von Freunden erhalten zu haben. Sowohl Jungen als auch Mädchen verschickten gleich häufig eigene Nacktaufnahmen.
Die Forscher erklären den Anstieg mit der normalen sexuellen Entwicklung in der Pubertät. Sexting werde vor allem auf Plattformen wie Snapchat und Instagram ausgetauscht. Während es für viele Jugendliche ein natürlicher Teil der Erkundung von Sexualität sei, bergen solche Nachrichten auch Risiken wie sexuelle Ausbeutung.
Die Studie unterstreicht daher die Notwendigkeit, Sexting einerseits als Teil der gesunden Entwicklung anzuerkennen und andererseits Jugendliche vor möglichen Gefahren zu schützen.
Original Paper:
Steinsbekk, S., Nesi, J., Choukas-Bradley, S. et al. Development and Characteristics of Sexting from Age 14 to 18 Years in a Norwegian Birth Cohort. Arch Sex Behav (2026).
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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