PREVENT untersucht Risikofaktoren für lebensgefährliche VRE-Blutstrominfektionen
Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) gehören zu den gefährlichsten multiresistenten Krankenhauskeimen. Das neue multizentrische Forschungsprojekt PREVENT soll nun erstmals systematisch klären, wie häufig Blutstrominfektionen durch diese Erreger in deutschen Universitätskliniken auftreten und welche Faktoren das Risiko maßgeblich beeinflussen.
Initiiert wurde die Studie von Prof. Dr. Stefanie Kampmeier, Leiterin der Zentralen Einrichtung für Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am Uniklinikum Würzburg (UKW). An der Untersuchung beteiligen sich 22 Universitätskliniken im Rahmen des NUM-Fachnetzwerks Infektionen (SNID). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

Enterokokken sind natürliche Darmbewohner, können jedoch bei geschwächtem Immunsystem schwere Infektionen auslösen – insbesondere Blutstrominfektionen, die in eine Sepsis münden und lebensbedrohlich sein können. VRE sind zudem gegen das Reserve-Antibiotikum Vancomycin resistent, was die Behandlung erheblich erschwert.
PREVENT analysiert neben der Häufigkeit solcher Infektionen auch den Einfluss von Patientenfaktoren, Behandlungsstrategien und Hygienemaßnahmen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, welche Rolle Isolierungsmaßnahmen, Händedesinfektion und der gezielte Einsatz von Antibiotika spielen. Zudem sollen genetische Fingerabdrücke der Erreger mittels Ganzgenomsequenzierung erstellt werden, um Risikoprofile zu identifizieren.
Kampmeier betonte, dass die aktuellen Handlungsempfehlungen der KRINKO (Kommission für Infektionsprävention) noch sehr generisch formuliert seien und in der Praxis sehr unterschiedlich umgesetzt würden. Am UKW habe man auf eine strikte Isolierung verzichtet und stattdessen Basishygiene und Monitoring intensiviert – mit positivem Ergebnis: Die Zahl der VRE-Blutstrominfektionen sei gesunken.
Die Studie soll evidenzbasierte Grundlagen für künftige nationale Handlungsempfehlungen liefern und damit die Infektionsprävention in Krankenhäusern verbessern. Die Ergebnisse werden auch für die Arbeit des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) relevant sein, dessen Sektionssprecherin Kampmeier ist.
PREVENT ist eines von sechs Studienprojekten, die im NUM-Fachnetzwerk Infektionen aktuell gefördert werden. Das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) bündelt die Forschungsaktivitäten der 37 deutschen Universitätskliniken, um in Krisensituationen schneller und koordinierter wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen.
Weitere Informationen:
PREVENT | Netzwerk Universitätsmedizin
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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