Pilotprojekt startet telemedizinische Versorgung von MS-Patienten im ländlichen Raum

von | Mai 29, 2026 | Forschung, Gesundheit

Das Universitätsklinikum Dresden hat ein neues Pilotprojekt zur telemedizinischen Betreuung von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) im ländlichen Raum gestartet. Unter dem Titel „Expertenwissen für Menschen mit MS im ländlichen Raum“ soll das Angebot Betroffenen in medizinisch unterversorgten Regionen einen besseren Zugang zu spezialisiertem neurologischem Fachwissen ermöglichen.

Das Projekt richtet sich vor allem an Patientinnen und Patienten, die lange Wege zu MS-Zentren zurücklegen müssen. Im Mittelpunkt stehen drei Online-Beratungen innerhalb eines Jahres durch Ärzte des Multiple-Sklerose-Zentrums Dresden. Die Beratungen sollen bei der Einordnung des Krankheitsverlaufs, der Besprechung von Behandlungsoptionen und dem Umgang mit Symptomen unterstützen. Sie ersetzen keine fachärztliche Untersuchung, tragen jedoch dazu bei, mehr Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung zu gewinnen.

Prof. Tjalf Ziemssen in Vorbereitung eines telemedizinischen Beratungstermins | Copyright: UKDD
Prof. Tjalf Ziemssen in Vorbereitung eines telemedizinischen Beratungstermins | Copyright: UKDD

Prof. Dr. Tjalf Ziemssen, Leiter des Zentrums für klinische Neurowissenschaften und des Multiple Sklerose Zentrums Dresden, erklärte, das Projekt ziele darauf ab, digitale Versorgung auch in der Fläche praktisch erlebbar zu machen. Es solle zeigen, dass Spezialzentren Patienten im ländlichen Raum erreichen und unterstützen können, die bisher oft nicht ausreichend versorgt würden.

Bei der Umsetzung arbeitet das Universitätsklinikum Dresden mit mehreren Partnern zusammen, darunter die Carus Consilium Sachsen GmbH, das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf und die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Landesverband Sachsen e.V. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung fördert das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben im Rahmen der Initiative „mitMiSsion“.

Dr. Eva Koch, Leiterin des Bereichs Multiple-Sklerose-Projekte der Hertie-Stiftung, betonte, das Projekt verbinde wissenschaftliches und digitales Know-how sinnvoll miteinander. Es habe das Potenzial, das Modell künftig auch auf andere Krankheitsbilder zu übertragen.

Das Pilotprojekt reagiert auf die besonderen Herausforderungen der MS-Versorgung im ländlichen Raum. Durch kontinuierliche digitale Kommunikation und strukturierte Begleitung sollen Krankheitsverständnis, Therapietreue und Teilhabe am Alltag gefördert werden. Die Forschenden sehen in hybriden Versorgungskonzepten einen wichtigen Ansatz für eine patientenzentrierte und wohnortnahe Betreuung chronisch Erkrankter.

Lesen Sie auch:

Forschende entdecken neue Biomarker für Multiple Sklerose – MedLabPortal


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

X
Ich bin Invi, wie kann ich dir helfen?