NeuroSense: Echtzeit-Monitoring-System erkennt Hirninfektionen deutlich früher

von | Juni 3, 2026 | Forschung, Gesundheit

Ein neues Überwachungssystem kann bei Patienten mit schweren Hirnverletzungen Infektionen in der Hirnflüssigkeit nahezu in Echtzeit erkennen und damit lebensbedrohliche Komplikationen früher behandeln. Das von der University of Waterloo mitentwickelte Gerät namens NeuroSense wurde in einer Studie erfolgreich getestet.

Das etwa smartphonegroße System schließt sich an bestehende Hirndrainagen an und misst kontinuierlich wichtige Biomarker wie Glucose, Lactat und pH-Wert sowie die Flussrate der Hirnflüssigkeit. Bisher müssen Ärzte Proben entnehmen und ins Labor schicken, was nur ein- bis zweimal täglich möglich ist. NeuroSense liefert hingegen sofortige Werte direkt am Krankenbett.

Symbolbild. Credits: Pixabay
Symbolbild. Credits: Pixabay

Bis zu 20 Prozent der Patienten mit Hirndrainagen entwickeln Infektionen, die zu schwerer Meningitis, bleibenden Schäden oder Tod führen können. Das neue System soll diese Risiken deutlich senken und gleichzeitig die Liegedauer im Krankenhaus verkürzen.

Die internationale Studie, an der auch Forscher der Universitätsmedizin Rostock, des Massachusetts Institute of Technology und der Harvard Medical School beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine veröffentlicht. Die Entwickler planen nun weitere klinische Tests und die Integration eines Alarm-Systems.

Das Gerät könnte künftig nicht nur bei traumatischen Hirnverletzungen, sondern auch bei Hydrozephalus und Hirnblutungen eingesetzt werden. Es gilt als wichtiger Fortschritt für die intensivmedizinische Überwachung.

Original Paper:

A platform for near real-time and multiplexed monitoring of cerebrospinal fluid biomarkers and flow in neurocritical care | Science Translational Medicine

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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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