NDR-Recherche: Viele Augenärzte verlangen unrechtmäßige Aufpreise bei Grauer-Star-Operationen

von | Mai 7, 2026 | Nicht kategorisiert

Bei Grauer-Star-Operationen kommt es nach Recherchen des NDR in großem Umfang zu unseriösen Zusatzforderungen. Viele Patientinnen und Patienten sollen Hunderte Euro für asphärische Monofokallinsen selbst zahlen, obwohl die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Standardlinsen komplett übernehmen.

Asphärische Linsen sind mittlerweile weltweit medizinischer Standard und deutlich besser als die älteren sphärischen Varianten. Dennoch behaupten zahlreiche Augenärzte und OP-Zentren gegenüber Patienten, nur sphärische Linsen seien Kassenleistung. In Wahrheit liegen die Einkaufspreise für gute asphärische Linsen bei den Zentren oft unter 80 Euro pro Stück. Die Zuzahlung wird häufig mit angeblich notwendigen Mehraufwänden begründet, die laut mehreren Chefärzten öffentlicher Kliniken und Universitätskliniken jedoch nicht erforderlich sind.

Symbolbild. Credits: Pixabay
Symbolbild. Credits: Pixabay

Öffentliche Krankenhäuser setzen asphärische Linsen in der Regel ohne zusätzliche Kosten für die Patienten ein. Dennoch vermarktet nach NDR-Angaben ein Großteil der OP-Zentren diese Standardlinsen als „Premiumlinsen“ und verlangt Aufpreise von mehreren Hundert Euro pro Auge.

Bei Grauer-Star-Operationen können Patienten grundsätzlich zwischen einer Standardversorgung ohne Zuzahlung und teureren Sonderlinsen wählen. Die NDR-Recherche zeigt jedoch, dass viele Betroffene nicht ausreichend über ihre Rechte aufgeklärt werden.

Der Bundesverband der Augenärzte sieht kein systemisches Problem und verweist darauf, dass individuelle Mehrleistungen selbst zu tragen seien.

Jährlich werden in Deutschland etwa eine Million Grauer-Star-Eingriffe durchgeführt. Wie viele Patienten unrechtmäßig zur Kasse gebeten werden, ist unklar. Die NDR-Recherchen deuten jedoch darauf hin, dass es sich um ein weit verbreitetes Phänomen handelt.

Weitere Berichte dazu sind auf NDR.de und tagesschau.de sowie am 7. Mai in der Sendung „Panorama“ im Ersten zu sehen.

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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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