Nahrungsergänzungsmittel oft unnötig und riskant

von | Juni 5, 2026 | Forschung, Gesundheit

Viele Menschen greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln, obwohl sie diese häufig gar nicht benötigen. Professorin Mona Tawab hat beim Fortbildungskongress pharmacon Meran vor unhaltbaren Werbeversprechen und Fehleinschätzungen gewarnt. Die Wissenschaftliche Leiterin des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker (ZL) in Eschborn kritisierte, dass im Markt der Nahrungsergänzungsmittel oft schwer zu durchschauen sei und viele Verbraucher auf falsche Versprechungen hereinfielen.

Rund die Hälfte der Bundesbürger gehe fälschlicherweise davon aus, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Arzneimitteln vergleichbar seien und auf Wirksamkeit sowie Sicherheit geprüft würden. Tawab betonte, in sozialen Medien würden häufig übertriebene Versprechen verbreitet, Studienergebnisse verdreht oder Fakten erfunden. Apotheken sollten daher durch kompetente und patientenindividuelle Beratung die Gesundheitskompetenz der Verbraucher stärken.

Auch zu Nahrungsergänzungsmitteln können sich Patienten in der Apotheke beraten lassen. Credits: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
Auch zu Nahrungsergänzungsmitteln können sich Patienten in der Apotheke beraten lassen. Credits: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Ein klares Warnsignal für unseriöse Produkte seien Werbeaussagen, die von den behördlich zugelassenen Health Claims abweichen. Krankheitsbezogene Werbung für Nahrungsergänzungsmittel sei gesetzlich verboten und Apotheken dürften solche Mittel nicht verkaufen. Dennoch kauften viele Verbraucher diese Produkte im Internet.

Hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel könnten nicht nur teuer sein, sondern auch gesundheitliche Schäden verursachen oder die Wirkung von Arzneimitteln beeinträchtigen, warnte Tawab. Bei Vitaminen und Mineralstoffen empfahl sie, diese nur nach einer Messung der individuellen Blutwerte einzunehmen, um einen tatsächlichen Mangel festzustellen. Immer mehr Apotheken böten solche Tests an. Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker arbeite derzeit an der Evaluation entsprechender Messgeräte für den Apothekenbereich.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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