Hyperbare Sauerstoffbehandlung verschafft langfristige Linderung bei strahleninduzierten Verletzungen

Die hyperbare Sauerstoffbehandlung verschafft Patienten, die nach einer Krebsbehandlung im Unterbauchbereich unter strahlenbedingten Spätschäden leiden, langfristige Linderung. Fünf Jahre nach der hyperbaren Sauerstofftherapie bleiben die positiven Wirkungen bestehen. Dies hat eine Studie der Universität Göteborg gezeigt.
Die Strahlentherapie ist Bestandteil vieler Krebsbehandlungen bei Organen wie Prostata, Dickdarm, Eierstöcken und Gebärmutterhals. Während die Tumorzellen zerstört werden, treten bei 5-10 % der Patienten schwere Nebenwirkungen auf, weil gesundes Gewebe von der Strahlentherapie betroffen ist.
Zu den Symptomen können Harninkontinenz, Blutungen und starke Schmerzen im Unterbauch gehören, die sowohl körperlich als auch sozial behindern. Diese Probleme können mehrere Jahre nach der Strahlentherapie auftreten und chronische und zunehmende Beschwerden verursachen.

Forscher haben bereits gezeigt, dass Patienten nach einer hyperbaren Sauerstoffbehandlung deutlich weniger Beschwerden haben. In der aktuellen Studie ging es um die Frage, ob die Linderung über mehrere Jahre anhält. Der zeitliche Aspekt ist wichtig für künftige Entscheidungen über einen breiteren Einsatz der Methode.
Zu Beginn hatten alle Teilnehmer schwere Symptome. Die Gruppe, die nach dem Zufallsprinzip einer hyperbaren Sauerstoffbehandlung zugewiesen wurde, schnitt in Bezug auf Inkontinenz, Blutungen und Schmerzen deutlich besser ab als die Kontrollgruppe. Die positiven Auswirkungen hielten über den Nachbeobachtungszeitraum von fünf Jahren an.
Die erzielten Wirkungen sind den Forschenden zufolge darauf zurückzuführen, dass die Zellen den hohen Sauerstoffgehalt erkennen und sich daran anpassen. Der erhöhte Sauerstoffgehalt in einer Überdruckkammer steigert das Gefäßwachstum und hemmt chronische Entzündungen, wodurch schwerwiegende Nebenwirkungen verringert werden.
Für die Sauerstoffbehandlungen verbrachten die Teilnehmer täglich 90 Minuten in einer Überdruckkammer. Der Druck entsprach demjenigen, der 14 Meter unter der Wasseroberfläche herrscht. Die Kontrollgruppe erhielt die übliche Behandlung, die zum Beispiel Medikamente und Physiotherapie umfasst.
Die Behandlungen wurden an fünf Universitätskliniken in den nordischen Ländern durchgeführt: Rigshospitalet in Dänemark, Turku in Finnland, Haukeland in Norwegen sowie Karolinska und Sahlgrenska in Schweden.
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