Frühe Herzveränderungen könnten Krebsrisiko vorhersagen
Subtile Veränderungen der Herzstruktur und -funktion, die mit bildgebenden Verfahren frühzeitig erkannt werden können, stehen möglicherweise mit einem erhöhten späteren Krebsrisiko in Verbindung. Das zeigt eine Langzeitstudie mit über 6.000 Teilnehmern in den USA.
Wissenschaftler der UCLA analysierten Daten der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis (MESA). Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt 18 Jahre lang beobachtet. Mithilfe von Herz-MRT-Untersuchungen wurden bereits zu Beginn der Studie feine strukturelle und funktionelle Veränderungen des Herzens erfasst – noch bevor klinische Symptome auftraten.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine erhöhte linksventrikuläre Muskelmasse mit einem signifikant höheren Risiko für Brustkrebs assoziiert war. Eine reduzierte Funktion des linken Vorhofs hingegen stand in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs.
„Diese Studie deutet darauf hin, dass strukturelle und funktionelle Veränderungen des Herzens parallel zu oder sogar vor biologischen Prozessen auftreten können, die mit der Krebsentstehung verbunden sind“, erklärte Studienleiter Dr. Xinjiang Cai. Die Befunde unterstützen die Hypothese, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs gemeinsame biologische Mechanismen teilen.
Die Studie wurde in der Journal of the American Heart Association veröffentlicht. Die Forscher betonen, dass es sich bisher um Assoziationen handelt und keine Kausalität nachgewiesen wurde. Dennoch könnten die Ergebnisse künftig dazu beitragen, Personen mit erhöhtem Risiko für beide Erkrankungen früher zu identifizieren und präventive Maßnahmen gezielter einzusetzen.
original paper:
Journal of the American Heart Association
DOI
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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