DGS startet neue Studieninitiative zu Medizinal-Cannabis in der Schmerzmedizin
Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat neue klinische Studien zum Einsatz von Medizinal-Cannabis angekündigt. Dies teilte DGS-Präsident Dr. Richard Ibrahim auf dem Medizinal Cannabis Congress in Berlin mit.
Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden den Angaben zufolge unter chronischen Schmerzen, bei denen herkömmliche Behandlungen häufig nicht ausreichen. Medizinal-Cannabis werde zunehmend bei Indikationen wie neuropathischen Schmerzen, chronischen Nichttumorschmerzen, Tumorschmerzen, MS-Spastik sowie Appetitlosigkeit und Kachexie eingesetzt.

Die neu gegründete DGS-Initiative „Klinische Studien“ umfasst drei Vorhaben: eine Studie zu Fibromyalgie mit 225 Teilnehmern (Start September 2026), eine große Studie zu chronischen Wirbelsäulen-, Rücken- und Arthroseschmerzen mit über 1.500 Teilnehmern (Start Juni 2026) sowie eine Studie zu chronischen Schmerzen mit einem standardisierten Inhalationssystem.
Parallel dazu arbeitet die DGS an einem neuen Curriculum „Cannabiskompetenz in der Schmerz- und Palliativmedizin“ zur gezielten Weiterbildung von Ärzten und nicht-ärztlichem Fachpersonal. Zudem wird die bestehende Praxisleitlinie „Cannabis in der Schmerzmedizin“ weiterentwickelt und soll am 20. November 2026 auf dem DGS-Innovationsforum in Kassel vorgestellt werden.
Ibrahim betonte, dass belastbare Daten notwendig seien, um Medizinal-Cannabis besser in der Schmerzmedizin einordnen zu können. Mit ihren mehr als 4.000 Mitgliedern, 16 Landesgesellschaften und 123 Schmerzzentren verfüge die DGS über ein starkes Netzwerk, um die Versorgungsforschung voranzutreiben und die Qualität der Schmerzversorgung bundesweit zu verbessern.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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