Auch das noch: Katzen machen virtuelle Meetings menschlicher
Katzen auf dem Schreibtisch oder ein Gymnastikball im Hintergrund: Solche Alltagsmomente in Videokonferenzen wirken nicht nur als Störung, sondern können virtuelle Meetings deutlich menschlicher und näher gestalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Dissertation der Hochschule München.
Galina Gostrer vom Fachbereich Studium Generale und Interdisziplinäre Studien der HM hat in ihrer Arbeit sogenannte Noticing-Sequenzen untersucht. Dabei handelt es sich um kurze Episoden, in denen Teilnehmende etwas aus dem privaten Alltag der anderen bemerken und ansprechen. Diese Situationen verleihen Videokonferenzen eine persönliche Note und fördern den Aufbau von Beziehungen.

Gostrer analysierte 44 aufgezeichnete virtuelle Meetings zweier Teams mit der multimodalen Konversationsanalyse. Dabei berücksichtigte sie nicht nur gesprochene Worte, sondern auch Mimik, Gestik und räumliche Kontexte. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Momente an verschiedenen Stellen auftreten – etwa als Small Talk zu Beginn, in Pausen oder zur Entspannung von Spannungen. Teilnehmende übertragen Körperlichkeit ins Digitale, indem sie winken, Bewegungen imitieren oder körperliche Empfindungen beschreiben.
Die Promovendin sieht darin ein großes Potenzial für die Praxis. Virtuelle Meetings seien gekommen, um zu bleiben. Richtig genutzt könnten Noticing-Sequenzen Nähe schaffen und das soziale Miteinander stärken. Statt als Störung sollten sie als Chance verstanden werden.
Die Dissertation mit dem Titel „Celia, sitzt du auf einem Ball? Aushandlung von Beziehung und Raum mittels Noticings kopräsenter Phänomene in virtuellen Meetings“ wird im Juni bei De Gruyter Brill erscheinen. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Katharina von Helmolt von der Hochschule München und Prof. Dr. Kirsten Nazarkiewicz von der Hochschule Fulda.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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