ARREST untersucht palliativmedizinische Versorgung von Inhaftierten

von | Mai 11, 2026 | Forschung, Gesundheit

Wie werden schwerkranke und sterbende Menschen im Strafvollzug palliativmedizinisch versorgt? Dieser Frage geht eine neue Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) nach. Das Projekt „ARREST – Sterben im Strafvollzug. Exploration von Erfahrungen und Bedarfen Inhaftierter und der Versorgungsrealität“ soll Defizite und Verbesserungspotenziale aufzeigen.

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Stephanie Stiel befragt sowohl betroffene Inhaftierte und vorzeitig Entlassene als auch Versorgende aus verschiedenen Berufsgruppen innerhalb und außerhalb der Justizvollzugsanstalten. Die Studie konzentriert sich zunächst auf Niedersachsen, soll aber auch Hinweise für andere Bundesländer liefern.

Symbolbild. Credits: pixabay
Symbolbild. Credits: pixabay

Inhaftierte haben grundsätzlich Anspruch auf eine palliativmedizinische Versorgung nach dem Äquivalenzprinzip. Dennoch gestaltet sich diese aufgrund der besonderen Bedingungen in Justizvollzugsanstalten häufig schwierig. Viele Betroffene sind stigmatisiert, leiden unter Einsamkeit und haben eingeschränkte Handlungsspielräume. Zudem fehlen feste Behandlungspfade und verlässliche Daten zur Häufigkeit schwerer Erkrankungen im Vollzug.

Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 356.000 Euro für 30 Monate gefördert. Ziel ist es, ein multiperspektivisches Gesamtbild der aktuellen Versorgungsrealität zu erstellen und Handlungsempfehlungen für eine bessere palliativmedizinische Betreuung von Inhaftierten zu entwickeln.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Strukturen und Standards für die palliativmedizinische Versorgung im Strafvollzug zu verbessern – sowohl zum Wohl der Betroffenen als auch der Versorgenden.

Weitere Informationen:

Medizinische Hochschule Hannover : ARREST


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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