Aktionsplan zur Arzneimitteltherapiesicherheit gestartet

von | Juni 1, 2026 | Gesundheit, Politik

Mit der Auftaktsitzung der Koordinierungsgruppe AMTS hat die Umsetzung des neuen Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Deutschland begonnen. Das Bundeskabinett hatte den Plan am 1. April 2026 beschlossen.

Der Aktionsplan setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens und die damit verbundenen Chancen für mehr Sicherheit im Medikationsprozess. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Anwendungen wie das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte mit Medikationsplan Abläufe im Medikationsprozess verbessern können.

Symbolbild (Credits: pixabay)
Symbolbild (Credits: pixabay)

Die Koordinierungsgruppe analysiert, welche Optimierungsmöglichkeiten sich daraus für eine bessere Arzneimitteltherapiesicherheit ergeben. Prof. Dr. Petra Thürmann, Vorsitzende der Koordinierungsgruppe, erklärte, die Digitalisierung eröffne die Chance, Informationen besser zu vernetzen, Risiken früher zu erkennen und die Arzneimitteltherapiesicherheit im Zusammenwirken aller beteiligten Berufsgruppen zu stärken.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betonte, innovative Arzneimittel böten immer bessere Behandlungsoptionen, die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente berge jedoch die Gefahr von vermeidbaren Neben- und Wechselwirkungen. Schätzungsweise 250.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr resultierten aus Medikationsfehlern. Der Aktionsplan solle durch besseren Überblick und stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten Abhilfe schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der systematischen Nutzung von Gesundheitsdaten, um Veränderungen in der AMTS kontinuierlich zu beobachten. Besonders vulnerable Gruppen wie Kinder, Schwangere, Frauen und hochbetagte Menschen sollen dabei stärker in den Fokus rücken.

Dr. Nina Griese-Mammen, Co-Vorsitzende der Koordinierungsgruppe, hob hervor, dass der Aktionsplan eine wichtige Struktur für interprofessionelle Zusammenarbeit schaffe. Die Gruppe werde vom wissenschaftlichen Sekretariat der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft unterstützt und vereine Vertreter aus Ministerium, Ärzteschaft, Apothekerschaft, Pflege, Krankenhäusern, Patientenorganisationen, Fachgesellschaften und Krankenkassen.

Der Aktionsplan AMTS 2026–2029 soll einen strukturierteren und sichereren Medikationsprozess fördern und damit einen Beitrag zur Patientensicherheit leisten.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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