Kompaktstadt-Politik kann in kleinen japanischen Städten Pflegebelastung erhöhen
Japans Politik der kompakten Stadtentwicklung könnte in kleinen Kommunen kurzfristig zu einer höheren Belastung im Pflegebereich führen. Das zeigt eine Studie der Osaka Metropolitan University.
Die Forscher untersuchten die Auswirkungen des seit 2016 geförderten „Location Optimization Plan“ (LOP) auf 1.595 kleine und mittelgroße Städte zwischen 2008 und 2022. Die Politik sieht eine Bündelung von Einrichtungen und die Lenkung der Bevölkerung in gut erreichbare Zentren vor, um schrumpfende Städte langfristig lebensfähig zu halten.
Insgesamt war die Einführung des LOP mit einer negativeren Bevölkerungsentwicklung verbunden. Besonders in den kleinsten Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern führte die Zusammenlegung von Regierungs- und Bildungseinrichtungen zu einem Anstieg der Pflegebedarfsbescheinigungen. In mittelgroßen Städten zeigten sich keine signifikanten Veränderungen.

Credits:
Osaka Metropolitan University
Die Studie deutet darauf hin, dass die Folgen der Kompaktstadt-Strategie abhängig von Größe und konkreter Ausgestaltung sind. Während die Politik langfristig die Aufrechterhaltung von Dienstleistungen sichern soll, könnten kleine Städte während des Übergangs höhere soziale Kosten tragen. Die Autoren empfehlen, in besonders kleinen Kommunen „smart decline“-Ansätze zu verfolgen, die das Wohlbefinden der Bewohner in den Vordergrund stellen und Zugänglichkeit sicherstellen.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Sustainable Cities and Society veröffentlicht. Sie liefern Hinweise, dass kompakte Stadtentwicklung nicht überall gleich wirkt und bei der Umsetzung auf die spezifischen Bedürfnisse kleinerer Kommunen Rücksicht genommen werden sollte.
DOI
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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