Sepsis-Stiftung warnt vor Einsparungen beim Infektionsschutz in der häuslichen Pflege

von | Juni 24, 2026 | Forschung, Gesundheit, Politik

Die Sepsis-Stiftung hat vor Sparmaßnahmen beim Infektionsschutz in der häuslichen Pflege gewarnt. Im Zuge des geplanten Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) solle der eigenständige Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Schutzmasken nicht entfallen, forderte die Stiftung.

Gerade für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 drohe eine Lücke, da der bisherige Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich wegfallen und kein neues Entlastungsbudget vorgesehen sei. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Immungeschwächte seien anfällig für schwere Infektionen und Sepsis.

Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa ist gegen viele Antibiotika unempfindlich und kann zu schweren Lungenentzündungen, Harnwegsinfekten oder einer Sepsis führen. Bild: Empa
Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa ist gegen viele Antibiotika unempfindlich und kann zu schweren Lungenentzündungen, Harnwegsinfekten oder einer Sepsis führen. Bild: Empa

Sepsis zähle zu den größten vermeidbaren Belastungen des Gesundheitssystems. Jährlich gebe es in Deutschland rund 500.000 Sepsisfälle und etwa 140.000 Todesfälle. Mehr als zwei Drittel der Überlebenden litten unter Langzeitfolgen. Die jährlichen Kosten für Akutbehandlung und Folgen würden auf rund 32,7 Milliarden Euro geschätzt.

Die Stiftung forderte vor der Kabinettsbefassung eine Nachbesserung des Gesetzentwurfs. Der eigenständige Anspruch auf Pflegehilfsmittel müsse erhalten bleiben, Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 dürften nicht ausgeschlossen werden und Infektionsschutz müsse ausdrücklich als Ziel der Pflege verankert werden.

Prof. Konrad Reinhart, Vorstandsvorsitzender der Sepsis-Stiftung, betonte, dass Deutschland bei Sepsis im internationalen Vergleich Nachholbedarf habe. Die Antwort müsse mehr Infektionsprävention sein – nicht weniger.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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