Stockholm3-Bluttest erkennt aggressive Prostatakrebsformen besser als PSA-Test

von | Juni 23, 2026 | Forschung, Gesundheit

Ein neuer Bluttest zur Früherkennung von Prostatakrebs könnte die Diagnostik deutlich verbessern. Die sogenannte Stockholm3-Untersuchung erkennt signifikant mehr aggressive Tumorformen als der herkömmliche PSA-Test, ohne zugleich mehr Männer unnötigen Folgeuntersuchungen auszusetzen. Das zeigt eine große populationsbasierte Studie des Karolinska-Instituts, die in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde (DOI: 10.7326/ANNALS-25-04753).

In der Studie mit 12.670 Männern im Alter zwischen 50 und 74 Jahren entdeckte Stockholm3 90 Prozent der klinisch signifikanten, also aggressiven Prostatakrebsfälle. Der PSA-Test kam hingegen nur auf 74 Prozent. Die Rate unnötiger Folgeuntersuchungen war bei beiden Tests vergleichbar.

„Die größte Herausforderung bei der Prostatakrebs-Früherkennung besteht nicht darin, mehr Krebsfälle zu finden, sondern die wirklich gefährlichen Tumoren zu identifizieren“, erklärte Thorgerdur Palsdottir vom Karolinska-Institut. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Stockholm3 signifikant mehr aggressive Krebsfälle erkennt als der PSA-Test, ohne die Zahl unnötiger Nachuntersuchungen zu erhöhen.“

Symbolbild. Credits: Pixabay
Symbolbild. Credits: Pixabay

Der Stockholm3-Test kombiniert mehrere Biomarker und berücksichtigt auch klinische Faktoren wie Alter und Familienanamnese. Er könnte künftig eine genauere Risikoeinschätzung ermöglichen und unnötige Biopsien reduzieren.

Die Studie basiert auf der populationsbasierten STHLM3-MRI-Studie und nutzte nationale Krebsregister, um auch im Verlauf der zwei Jahre nach der Erstuntersuchung aufgetretene Fälle zu erfassen. Die Autoren betonen, dass längere Nachbeobachtungszeiten notwendig seien, um die Auswirkungen auf die Sterblichkeit und langfristige Ergebnisse vollständig zu bewerten.

Die Forschung wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Klinikern in Schweden, Europa und den USA durchgeführt und von verschiedenen schwedischen Förderinstitutionen unterstützt.

Original Paper:

 ”Stockholm3-Magnetic Resonance Imaging Population-Based Prostate Cancer Screening Study: Two-Year Follow-Up”, Thorgerdur Palsdottir, Chiara Micoli, Martin Eklund, Henrik Grönberg, Fredrik Jäderling, Derya Tilki, Daniel Lin, Matthew Cooperberg, Scott Eggener, Kevin C. Oeffinger, Tobias Nordström, Hari Vigneswaran, Annals of Internal Medicine, online 23 June 2026, doi: 10.7326/ANNALS-25-04753.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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