Genetische Daten verbessern Vorhersage von Kortison-Nebenwirkungen
Die Einbeziehung genetischer Informationen bei der Verschreibung von Kortisonpräparaten kann helfen, das Risiko schwerer Nebenwirkungen besser vorherzusagen. Das zeigt eine große britische Studie mit fast 38.000 Teilnehmern.
Oral verabreichte Kortikosteroide gehören zu den am häufigsten eingesetzten Medikamenten bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Asthma, Rheuma oder Autoimmunerkrankungen. Mehr als jeder zehnte Patient entwickelt jedoch Nebenwirkungen, insbesondere bei längerer Anwendung – darunter Osteoporose, Schlaganfall und Katarakt.
Die Studie zeigt, dass bestimmte genetische Varianten (u. a. in den Genen CYP3A4 und CTLA4) das Risiko für diese Komplikationen erhöhen. Besonders wirksam war die zusätzliche Berücksichtigung von polygenen Risikoscores (PRS) für Osteoporose. Dadurch verbesserte sich die Vorhersagegenauigkeit deutlich, vor allem bei jüngeren Patienten.

„Die routinemäßige Nutzung genetischer Daten könnte in Zukunft dazu beitragen, Hochrisikopatienten frühzeitig zu identifizieren und ihnen entweder engmaschigere Kontrollen oder steroidsparende Alternativtherapien anzubieten“, erklärte Dr. Deniz Turkmen, die die Studie leitete.
Die Forscher betonen, dass genetische Informationen künftig in die Entscheidungsfindung bei der Kortisontherapie einfließen könnten – ein Schritt in Richtung personalisierter Medizin. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der European Society of Human Genetics präsentiert.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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