EU fördert verbesserte Herstellung patienteneigener Herzmuskelzellen
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) leitet ein internationales Forschungsprojekt zur kostengünstigeren Produktion patienteneigener Herzmuskelzellen. Mit dem Vorhaben iNDUCARE soll die Therapie angeborener Herzfehler und damit einhergehender Herzschwäche verbessert werden. Die Europäische Union fördert das Projekt mit acht Millionen Euro, davon gehen rund zwei Millionen Euro an die MHH.
Herzinsuffizienz nach angeborenen Herzfehlern führt bei jungen Patienten häufig zu mechanischer Kreislaufunterstützung oder einer Organtransplantation. Beide Optionen belasten die Lebensqualität erheblich. Als Alternative gelten aus körpereigenen induzierten pluripotenten Stammzellen (hiPSC) hergestellte Herzmuskelzellen (hiCMs). Da diese autologen Zellen vom Patienten selbst stammen, ist keine Immunsuppression erforderlich.

Die Herstellung solcher Zellen ist jedoch bislang aufwendig und teuer. Das internationale Team um Prof. Dr. Robert Zweigerdt und Prof. Dr. Ulrich Martin von den Leibniz Forschungslaboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO) will einen in den USA bereits zugelassenen Produktionsprozess optimieren. Ziel ist eine skalierbare, klinisch einsetzbare und bezahlbare Plattform.
Geplant sind unter anderem verbesserte Sendai-Virus-Vektoren zur schnelleren Reprogrammierung sowie KI-gestützte Qualitätskontrollen in hochdichten Bioreaktoren. Statt bisher großer Zwei-Liter-Reaktoren soll künftig bereits in 300-Milliliter-Volumen eine therapeutische Dosis produziert werden können.
Die Forscher erwarten eine fünf- bis siebenfache Steigerung der Zell-Ausbeute, eine Verkürzung der Produktionszeit von einem Jahr auf sieben Monate und eine Kostensenkung um bis zu 70 Prozent – bei gleichbleibender Sicherheit und Qualität. Die neue Plattform soll langfristig auch für andere zellbasierte Therapien nutzbar sein.
Das Projekt iNDUCARE startet am 1. September 2026 und läuft vier Jahre. Beteiligt sind Partner aus Deutschland, Großbritannien, Israel, den Niederlanden, der Schweiz, Tschechien und den USA.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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