Frauen nehmen weiterhin den Großteil der Kinderkrankentage in Anspruch
Die Betreuung kranker Kinder bleibt in Deutschland weit überwiegend Frauensache. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zum Internationalen Kindertag am 1. Juni.
Im Jahr 2025 entfielen bundesweit 73 Prozent aller Kinderkrankentage auf weibliche AOK-Mitglieder, während der Anteil der Männer bei 27 Prozent lag. Am geringsten war die Beteiligung der Väter in Bayern mit 23 Prozent, die ausgewogenste Aufteilung gab es in Sachsen mit fast 31 Prozent.

Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, erklärte, diese Zahlen machten deutlich, wie ungleich die Care-Arbeit in Familien nach wie vor verteilt sei. Eltern sollten frei entscheiden können, wer das kranke Kind betreue, doch die Aufgabe bleibe in großen Teilen bei den Müttern. Sie begrüßte, dass die zwischenzeitlich geplante Kürzung des Kinderkrankengeldes inzwischen vom Tisch sei und bestehende Ungleichheiten nicht weiter verstärkt würden.
Kinderkrankengeld sei eine wichtige Errungenschaft der Solidargemeinschaft. Der Anspruch stehe jedem gesetzlich versicherten Elternteil gleichermaßen zu, werde aber weiterhin ungleich genutzt. Reimann verwies darauf, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer, was die ungleiche Aufteilung zusätzlich begünstige.
Die Zahl der AOK-Mitglieder mit mindestens einem Kinderkrankenfall pro Jahr ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Insgesamt meldeten sich 4,6 Prozent der anspruchsberechtigten Versicherten mindestens einmal krank für ihr Kind. Auf jeden Fall entfielen durchschnittlich 2,5 Tage.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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