Neuer Dreifachansatz soll gefährlichen E.-coli-Erreger bei Neugeborenen bekämpfen
Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben einen neuartigen Therapieansatz entwickelt, um den gefährlichen E.-coli-Stamm K1 zu bekämpfen, der bei Neugeborenen lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen auslösen kann. Der Clou: Statt auf Antibiotika setzen sie auf eine Kombination aus Bakteriophagen, einer Schluckimpfung und probiotischen Bakterien.
E. coli K1 gehöre bei vielen Erwachsenen zur normalen Darmflora und verursache dort in der Regel keine Probleme. Bei der Geburt könne der Erreger jedoch auf das Kind übertragen werden. Besonders Frühgeborene mit noch unreifem Immunsystem seien gefährdet, da der Keim in die Blutbahn und ins Gehirn gelangen und schwere Entzündungen hervorrufen könne.

Das neue Konzept setze bei trächtigen Frauen an, die den Erreger im Darm tragen. Die Dreifachtherapie funktioniere so, dass spezielle Bakteriophagen die Bakterien dazu zwingen, ihre schützende äußere Hülle abzustreifen. Eine Schluckimpfung rege dann die Bildung von Antikörpern an, die die nun schutzlosen Bakterien angreifen. Harmlose probiotische Bakterien besetzten schließlich die frei gewordene ökologische Nische und verdrängten den Krankheitserreger.
In Versuchen mit trächtigen Mäusen habe die Therapie die Übertragung des Erregers auf die Jungtiere von 83 Prozent auf 23 Prozent reduziert. Die Forschenden hoffen, den Ansatz künftig auch beim Menschen einsetzen zu können – etwa als einfache Kapsel, die Schwangere schlucken können.
Langfristig solle das Konzept auch gegen andere multiresistente Bakterien angewendet werden. Die Studie zeige einen vielversprechenden Weg, um Neugeborenen-Meningitis präventiv zu bekämpfen – besonders in Zeiten zunehmender Antibiotikaresistenzen.
Original paper:
Larsson L, Bertola A, Wenner N. et al.: Phage-steering permits antibody-mediated clearance of E. coli K1 from the gut. Nature Communications 2026, 17: 4363, DOI: 10.1038/s41467-026-70808-2
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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