Vitamin C hemmt Bildung krebspotenter Verbindungen im Verdauungstrakt
Vitamin C kann die Entstehung potenziell krebserregender Nitrosierungsprodukte aus Nitraten und Nitriten in der Nahrung verringern. Das zeigt eine mathematische Modellstudie der University of Waterloo, die erstmals die komplexen chemischen Wechselwirkungen im menschlichen Verdauungssystem simuliert.
In den letzten Jahrzehnten ist die Aufnahme von Nitraten und Nitriten über die Ernährung – vor allem durch gepökelte Fleischwaren sowie nitratbelastetes Obst und Gemüse – deutlich gestiegen. Diese Verbindungen können im Magen durch Nitrosierung in Substanzen umgewandelt werden, die mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden.
Die Forscher um den Erstautor Dr. Gordon McNicol entwickelten ein mathematisches Modell, das Speicheldrüsen, Magen, Dünndarm und Blutplasma umfasst. Die Simulationen zeigten, dass die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C – etwa durch Blattgemüse wie Spinat, das sowohl Nitrat als auch Vitamin C enthält – die Bildung dieser schädlichen Verbindungen deutlich reduzieren kann. Auch die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten nach den Mahlzeiten könnte einen moderaten schützenden Effekt haben.

„Unsere Arbeit legt nahe, dass die Anwesenheit von Vitamin C in der Nahrung die bisher widersprüchlichen Ergebnisse früherer Studien zum Krebsrisiko durch Nitrate und Nitrite erklären könnte“, sagte McNicol.
Die Studie identifiziert entscheidende Einflussfaktoren wie Nitritexposition, Antioxidantienzufuhr, Mahlzeiten-Timing, Magenbedingungen und die orale Mikrobiota. „Dieses Modell liefert eine mechanistische Grundlage für gezieltere klinische und Laborstudien“, ergänzte Senior-Autorin Prof. Dr. Anita Layton.
Die Ergebnisse erscheinen in der Fachzeitschrift „Journal of Theoretical Biology“. Die Forscher hoffen, dass sie künftige Ernährungsempfehlungen und Interventionsstudien unterstützen.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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