Bluttest könnte Tuberkulose-Früherkennung bei Haushaltskontakten verbessern

von | Mai 8, 2026 | Forschung, Gesundheit

Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) haben einen blutbasierten Host-Response-Test auf seine Eignung zur Früherkennung und Vorhersage von Tuberkulose (TB) bei Haushaltskontakten in Afrika untersucht. Der Test zeigte eine gute Genauigkeit bei der Erkennung aktiver Erkrankungen, erwies sich bei der Vorhersage künftiger Fälle jedoch nur als mäßig präzise.

Wie die LMU-Forscher um Professorin Katharina Kranzer und Dr. Norbert Heinrich im Fachjournal „The Lancet Infectious Diseases“ berichten, haben Haushaltskontakte von TB-Erkrankten ein erhöhtes Erkrankungsrisiko von etwa zwei Prozent. Bislang sei es schwierig, Tuberkulose in frühen Stadien zu erkennen oder vorherzusagen, wer tatsächlich erkranken werde. Deshalb werde eine vorbeugende Behandlung nur begrenzt eingesetzt. Die meisten Kontaktpersonen seien asymptomatisch, und die derzeitigen symptom- und sputum-basierten Verfahren übersähen häufig frühe oder latente Infektionen.

Elektronenmikroskopische Aufnahme der Tuberkelbakterien. Credits: CDC/PHIL
Elektronenmikroskopische Aufnahme der Tuberkelbakterien. Credits: CDC/PHIL

In einer großen prospektiven Studie im Rahmen des ERASE-TB-Konsortiums testete das Team den Cepheid Xpert MTB Host Response (MTB-HR)-Test bei mehr als 2000 Haushaltskontakten ab zehn Jahren in Tansania, Simbabwe und Mosambik. Die Teilnehmer seien bis zu zwei Jahre lang regelmäßig klinisch, bildgebend und labortechnisch untersucht worden. Bei jedem Besuch sei eine Fingerprick-Blutprobe mit dem GeneXpert-System analysiert worden. Die Studie sei von der European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP2) finanziert worden.

Der MTB-HR-Assay habe eine gute Unterscheidungsfähigkeit zwischen Personen mit und ohne aktive Tuberkulose gezeigt. Seine Vorhersagekraft für künftige Erkrankungen sei moderat gewesen und habe am besten kurz vor Krankheitsbeginn funktioniert. Der positive Vorhersagewert liege zwar höher als bei herkömmlichen immunologischen Tests, erfülle aber nicht die WHO-Kriterien für ein alleiniges Screening- oder Vorhersageinstrument.

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass immunbasierte Tests sowohl die Detektion aktiver Tuberkulose als auch die Identifizierung von Risikopersonen verbessern könnten. Dadurch ließen sich gezieltere Screening- und Präventionsstrategien umsetzen, unnötige vorbeugende Behandlungen reduzieren und TB-Kontrollprogramme effizienter gestalten. Die Forscher betonten, dass solche Tests unbedingt in den realen Einsatzumgebungen geprüft werden müssten.

Original paper:

Larsson L, Olaru I, Behnke A et al.: Diagnostic and prognostic accuracy of the Mycobacterium tuberculosis host response 3-gene cartridge among tuberculosis household contacts in Mozambique, Tanzania, and Zimbabwe: a prospective, longitudinal, diagnostic and prognostic accuracy cohort study. The Lancet Infectious Diseases, 2026
https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(26)00114-3/fulltext
DOI: https://doi.org/10.1016/S1473-3099(26)00114-3


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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