Antibiotikaresistente Bakterien in deutschen Seen nachgewiesen
Antibiotika-Resistenzgene sind auch in deutschen Binnengewässern weit verbreitet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (Leibniz-IGB). Die Forschenden wiesen in Wasser- und Sedimentproben aus sechs Gewässern in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie aus dem Zu- und Abfluss einer Berliner Kläranlage eine hohe Vielfalt und Konzentration von Resistenzgenen nach.
Besonders stark belastet waren die Zu- und Abflüsse der Kläranlage. Im städtischen Bereich, etwa im Müggelsee und im Weißen See, fanden sich ebenfalls deutlich mehr Resistenzgene als in abgelegenen ländlichen Gewässern wie dem Stechlinsee oder dem Haussee. Selbst in einem Teich inmitten von Feldern in Brandenburg wurden resistente Keime nachgewiesen – vor allem in den Sedimenten, die offenbar als Reservoir dienen.

Die Analyse umfasste 18 verschiedene Klassen von Resistenzgenen, darunter solche gegen Aminoglykoside, Phenicole und Tetracycline. Diese Antibiotika werden sowohl in der Human- als auch in der Tierhaltung eingesetzt und gelangen über Abwässer in die Umwelt.
Die Ergebnisse zeigen, dass menschliche Aktivitäten – insbesondere über Kläranlagen und intensive Landnutzung – die Verbreitung resistenter Bakterien in Gewässern maßgeblich fördern. Die Wissenschaftler betonen, dass weitere Langzeitstudien notwendig sind, um die Dynamik und die Auswirkungen auf Ökosysteme und die öffentliche Gesundheit besser zu verstehen.
Die Studie ist in der Fachzeitschrift iScience erschienen.
Original Paper:
De Yebra P, Zoccarato L, Galdindo JA, Numberger D, Abdulkadir N, Grossart HP, Greenwood AD (2026): Diversity of antibiotic resistance genes increases in urbanized lakes: a multi-tool screening. iScience 115892. DOI: 10.1016/j.isci.2026.115892
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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