Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten demonstrieren in Berlin gegen Honorarkürzungen
Rund 4000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Unterstützerinnen und Unterstützer haben am Mittwoch in Berlin gegen geplante Kürzungen in der Psychotherapie protestiert. Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags zogen sie vom Bundestag zur Zentrale des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV).
Ein breites Bündnis psychotherapeutischer Berufs- und Fachverbände hatte zu der Demonstration aufgerufen. Auslöser waren eine Honorarkürzung um 4,5 Prozent sowie weitere Einschnitte bei psychotherapeutischen Leistungen, wie sie in den Plänen der Finanzkommission Gesundheit vorgesehen sind. Die Vergütung für Psychotherapie war vom erweiterten Bewertungsausschuss auf Betreiben des GKV-SV ab April pauschal abgesenkt worden.

Gemeinsam mit der Petentin Johanna Alisa Jung forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Politik auf, die Kürzungen zu stoppen. Die von Jung initiierte Petition „Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?“ hatte innerhalb kurzer Zeit mehr als 550.000 Unterschriften gesammelt.
Die Demonstrantinnen und Demonstranten wiesen darauf hin, dass sich Investitionen in Psychotherapie langfristig rechneten. Jeder investierte Euro spare gesamtgesellschaftlich zwei bis vier Euro ein. Zugleich machten psychotherapeutische Leistungen nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Die Fachgruppe der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bilde bei den Vergütungen ohnehin das Schlusslicht.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer riefen das Bundesministerium für Gesundheit auf, den Beschluss des Bewertungsausschusses zu beanstanden. Zudem verlangten sie, weitere Maßnahmen zu stoppen, die die psychotherapeutische Versorgung aushöhlten. Angesichts steigender Belastungen in der Gesellschaft sei mehr Versorgung nötig, nicht weniger.
Die Veranstalterinnen und Veranstalter übergaben vor der Zentrale des GKV-SV ein Faktenblatt und boten ihre Unterstützung bei der Entwicklung einer effizienten, leitlinienorientierten psychotherapeutischen Versorgung an. Die Demonstration endete dort mit einer Abschlusskundgebung.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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