UMG: Neues Gerät erleichtert Lymphknoten-Entnahme bei Krebspatienten

von | März 5, 2026 | Forschung, Gesundheit

Forschende der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben ein elektromechanisches Gerät entwickelt, das die Isolierung von Lymphknoten aus dem umgebenden Fettgewebe von Krebspatienten erheblich vereinfacht und verbessert. Die Erfindung wurde im Dezember 2025 in den USA zum Patent angemeldet und wird derzeit im Institut für Pathologie klinisch getestet.

Bei der Behandlung von Darmkrebs und anderen Tumorerkrankungen ist die genaue Beurteilung eines Lymphknotenbefalls entscheidend für die Prognose und die Wahl der Therapie. Streuen Tumorzellen in die Lymphknoten, verschlechtert sich meist die Langzeitprognose und eine Chemotherapie wird häufiger notwendig. Zur Diagnostik wird während der Operation Fettgewebe mit den darin enthaltenen Lymphknoten entnommen und pathologisch aufgearbeitet.

Prof. Philipp Ströbel, Direktor des Instituts für Pathologie der UMG, Pedro Gebhardt Apalategui, Medizinstudent an der UMG, und Prof. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes und Dekan der Medizinischen Fakultät der UMG (v.l.n.r.). | Copyright: umg/swen pförtner
Prof. Philipp Ströbel, Direktor des Instituts für Pathologie der UMG, Pedro Gebhardt Apalategui, Medizinstudent an der UMG, und Prof. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes und Dekan der Medizinischen Fakultät der UMG (v.l.n.r.). | Copyright: umg/swen pförtner 

Bisher erfolgte die Trennung der Lymphknoten vom Fettgewebe manuell und arbeitsintensiv. Viele Labore nutzten provisorische Hilfskonstruktionen, die jedoch oft unzuverlässig waren. Das neue Gerät übt einen kontrollierten, konstanten Druck auf das Gewebe aus, sodass Fettzellen platzen, während Lymphknoten, kleinere Gefäße, Nerven, Immunzellen sowie vernarbtes oder tumorbefallenes Gewebe weitgehend intakt bleiben. Dadurch wird das Probenvolumen reduziert und eine vollständige mikroskopische Untersuchung erleichtert – auch kleinerer Lymphknoten.

Entwickelt wurde das Gerät von Medizinstudent Pedro Gebhardt Apalategui während eines Praktikums am Institut für Pathologie der UMG. Der schonende Aufschluss ermögliche eine deutlich bessere und zuverlässigere Isolierung der Lymphknoten, betonte Institutsdirektor Prof. Dr. Philipp Ströbel. Das Verfahren verbessere die pathologische Diagnostik und damit die Therapieentscheidung für die Patienten.

Perspektivisch soll das Gerät nicht nur bei Darmkrebs, sondern auch bei Brust-, Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs eingesetzt werden. Die Erfindung ist Teil der Transferstrategie der UMG, die Technologietransfer neben Forschung, Lehre und Krankenversorgung als vierte Säule etabliert hat. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die klinische Praxis zu überführen. Die Stabsstelle Technologietransfer unterstützt dabei den gesamten Weg von der Patentanmeldung über Kooperationen bis hin zur möglichen Lizenzierung oder Unternehmensgründung.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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