Rekord bei Arzneimittelrisiken: Über 11.000 Verdachtsmeldungen aus Apotheken

von | März 4, 2026 | Forschung, Gesundheit, Politik

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand bei Verdachtsmeldungen zu Arzneimittelrisiken registriert. Insgesamt gingen 11.154 Meldungen ein – mehr als in den Vorjahren (2024: 10.882, 2023: 8.320). Die Meldungen stammten aus 4.978 verschiedenen (Krankenhaus-)Apotheken.

Etwa zwei Drittel der Meldungen betrafen Qualitätsprobleme, ein Drittel unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Deutlich zugenommen haben Meldungen zu Medikationsfehlern: 624 Fälle im Jahr 2025 gegenüber 348 im Vorjahr. Leicht rückläufig waren hingegen Verdachtsmeldungen zu Arzneimittelmissbrauch (2025: 41, 2024: 50).

Symbolbild (Credits: pixabay)
Symbolbild (Credits: pixabay)

„Apotheken vor Ort sorgen für mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie und erhöhen so den Schutz der Patientinnen und Patienten“, erklärte Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK. Die Kommission bewertet und verarbeitet die Meldungen der Apothekenteams und informiert die Apotheken seit mehr als 50 Jahren über relevante Risiken. Im Jahr 2025 gab die AMK insgesamt 263 Risikoinformationen heraus, darunter 23 Rote-Hand- und Informationsbriefe sowie über 150 chargenbezogene Rückrufe und Überprüfungen.

Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer und Mitglied der AMK, betonte: Die Zahlen zeigten eindrucksvoll die zentrale Rolle der Apothekerinnen und Apotheker bei der Beurteilung von Qualitätsfragen, der Identifikation möglicher Anwendungsfehler und der Beratung zur Verträglichkeit von Arzneimitteltherapien. „Ohne Apotheken geht es nicht in der Arzneimittelversorgung.“

Die steigende Meldezahl wird von der AMK als Ausdruck einer hohen Sensibilität und Aufmerksamkeit der Apotheken vor Ort gewertet. Sie unterstreicht zugleich die Bedeutung des pharmazeutischen Risikomanagements in Deutschland.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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